Grundversorgung mit erneuerbaren Energien?

Energy-Messe, Teil II: Am Stand vom Bundesverband für Erneuerbare Energien (BEE) treffe ich auf Nils Boenigk, Pressesprecher der Informationskampagne Deutschland hat unendlich viel Energie (wenn Sie selber aus der Branche der Erneuerbaren kommen, dürfte Ihnen dieses Projekt bereits bekannt sein). Boenigk erklärt mir das Konzept hinter Deutschlands erstem regenerativen Kombikraftwerk, das am Stand des BEE auf einer Deutschlandkarte in seiner vollen Ausdehnung zu bewundern ist. Das Kraftwerk besteht aus einem Netz von 38 Wind-, Solar-, und Biomasse- und Wasserkraftwerken sowie Pumpspeichern, die über ganz Deutschland verteilt sind. Das Kraftwerk ist eine Initiative der Firmen Enercon GmbH, Schmack Biogas AG und SolarWorld AG und ist ein kleines Wunderwerk der Innovation.

Und das funktioniert so: Windenergieanlagen und Solarmodule speisen je nach nach Wind- und Sonnenenergieaufkommen eine bestimmte Menge an Strom ins Netz ein. Ausgleichend werden Biogas und Wasserkraft eingesetzt: Je nach Bedarf werden sie in Strom umgewandelt, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen oder vorübergehend gespeichert. Das regenerative Kombikraftwerk zeigt, wie durch die gemeinsame Regelung kleiner und dezentraler Anlagen bedarfsgerecht und zuverlässig Strom bereitgestellt werden kann.

„Wir können eine sichere Grundversorgung gewährleisten, d.h. wir können garantieren, dass eine fixe Menge Strom jederzeit verfügbar ist,“ fasst Boenigk zusammen. Ein kurzes Statement, das darüber hinwegtäuschen könnte, dass hier ganz großes Energiekino stattfindet: Würde man das Kombikraftwerk in einem Maßstab von 1:10.000 nachbauen, so könnte man den Energiebedarf der Bundesrepublik zu 92% mittels regenerativer Energien decken. „Noch vor einem Jahr haben Regierungsmitglieder auf dem Bundesenergiegipfel verkündet, dass regenerative Energien keine Grundlastversorgung leisten können,“ sagt Boenigk und lächelt leise.

Es gibt viele solcher Erfolgsstories hier auf der Energy zu entdecken — Stories, die zeigen, dass rund um den Erdball unter Hochdruck an Lösungen für eine umweltfreundlichere Energieversorgung gearbeitet wird. Schön wäre es, wenn man dies alles in Bilder fassen und einen Film drehen könnte. Einen Film, der zeigt: wir können dem Klimawandel entgegenwirken, eine nachhaltige Energieversorgung schaffen und in vielen Regionen der Welt neues, ökologisch verträgliches Wirtschaftswachstum anstoßen. Vielleicht wird ja der neue Klima-Film von Michael Ballhaus diese Story erzählen?

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