Doro–Turbine: Ein neuer Weg für die Wasserkraft?

Alternative für Wasserkraft
Die Doro-Turbine kann in Anlagen mit geringer Fallhöhe integriert werden © doro Turbinen

Von den verschiedenen erneuerbaren Energiemöglichkeiten ist die Wasserkraft eine der ältesten, jedoch auch unrentableren Lösungen. Es werden hohe Fallhöhen benötigt, Standorte für weitere Wasserkraftwerke sind kaum mehr zu finden, die vorhandenen großteilig bereits mit Stauwerken versehen. Einzig bleiben noch Flüsse mit niedrigen Fallhöhen, doch hier ist die vorhandene Energie durch etablierte Technologien kaum nutzbar und wirtschaftlich wenig sinnvoll. Zudem würden solche Kraftwerke oft einen massiven Eingriff in die Umwelt mit sich bringen.

Ein kleines Start-Up in Österreich möchte auf umweltschonende Weise die Potentiale der Wasserkraft nun besser ausschöpfen und hat eigens dafür eine Turbinen-Technik entwickelt, die bereits ab einer Fallhöhe von 0,7 m (bis maximal 3 m) und Wassermengen bis 20m³/s eingesetzt werden kann. Um einen höheren Wirkungsgrad zu erreichen, tauchen die Schaufeln der Turbine geführt in das Oberwasser ein und bewegen sich dabei unabhängig zur Narbe. Fische und Sedimentbewegungen sollen sich problemlos durch die Schaufeln durchbewegen können und so unbeeinträchtigt bleiben.

Der letzte Punkt könnte insbesondere für Gemeinden interessant werden, die aufgrund einer EU-Wasserrahmenrichtlinie welche genau diese Charakteristika von Querbauten in Flüssen verlangt, in den nächsten Jahren ihre Hochwasserschutzbauten so umkonstruieren müssen. Dies wird für die betroffenen Gemeinden und Kommunen mit hohen Kosten verbunden sein. Die Doro-Turbine kann in bereits bestehenden Bauten integriert werden und so Abhilfe bei der Einhaltung der Richtlinie schaffen, wobei der Kostendruck durch die Energiegewinnung gesenkt wird.

Die Vorteile der Kleinwasserkraftturbine fasst das Start-Up wie folgt zusammen:

  • Minimierte Wasserbaukosten durch die vereinfachte Auslegung des Tiefbaus
  • Verringerte Investitions- und Betriebskosten durch selbstreinigende Turbinenschaufeln und große Schaufelräume (Wegfall von Feinrechenanlagen)
  • Turbinenwirkungsgrade bis zu 94% durch unabhängige Schaufelführung und sanftes Eintauchen ins Oberwasser
  • Fallhöhen von 0,7 – 3m durch die innovative Technologie der doro turbine
  • Einfache Integration in natürliche und künstliche Strukturen durch einen wasserradtypischen Aufbau und die Möglichkeit der Oberwasserregulierung
  • Fisch- und Sedimentdurchgängig durch glatte Sohlen und regelmäßige Fließgeschwindigkeit, sowie geringe Drehzahlen
  • Gute Teillastcharakteristik durch Ausgleich von schwankenden Wassermengen
    Der Entwicklungsprozess läuft noch © doro Turbinen
    An der technischen Entwicklung der Turbine wird weiterhin gearbeitet © doro Turbinen

Aktuell arbeitet das Start-Up noch an einem Prototyp und hofft in etwa einem Jahr das erste Kraftwerk umsetzen zu können. Bis dahin sucht das Unternehmen weiter nach Investoren, die bereit sind das Projekt zu finanzieren. Hier könnten neben den Gemeinden energieintensive Unternehmen, die sich über eine solche Turbine selbst versorgen könnten, willkommene Interessenten sein.

Weitere Informationen zur Doro-Turbine finden Sie unter: http://doro-turbine.com/

 

Quelle:
https://futurezone.at/thema/start-ups/wasserkraft-grazer-start-up-entwickelt-neuartige-turbine/275.786.080