Die Pinguin-Wellenmaschine

Pinguin-Wasserkraftwerk

‚It looks like a penguin and moves like a penguin‘, betont Heikki Paakkinen, wenn er von seiner ErneuerbareEnergie-Anlage spricht. Das angepriesene Objekt der finnischen Firma Wello wandelt Wellenenergie in Elektrizität um und durchläuft vor der Küste Orkneys, Schottland, gerade verschiedene Testphasen.

Finnen als Vorreiter der Wasserkraft-Technik

Der Schwimmkörper wirkt auf den ersten Blick eher wie ein riesengroßes Schlauchboot. Doch unterhalb der Wasseroberfläche zeigt sich eine gewisse Ähnlichkeit mit dem betreffenden Seevogel. Denn der Rumpf des Wasserkraftwerks ist wie der des Pinguins stämmig und nicht beweglich, gleichzeitig aber stromlinienförmig. Das ganze System ist im Wasser dennoch sehr flexibel, da es nur über drei Kabel mit dem Meeresboden verbunden ist. Mit jeder Welle rollt, hebt und senkt sich der Schiffsrumpf. Diese Bewegung wird mit Hilfe einer Dreheinrichtung zum Antreiben des Generators genutzt.

Die Unterseekabel transportieren den produzierten Strom dann zum Festland. So profitiert das lokale Stromnetz Orkneys von dem Wellenkraftwerk. Die Inselgruppe beherbergt gerade einmal 20.000 Menschen, ist inzwischen aber zum Zentrum der Meeresenergie-Nutzung avanciert.

Verschiedene Wasserkraftwerke vor Orkney im Test

Das finnische Unternehmen Wello reiht sich mit seinem Pinguin-Wellenumwandler in die inzwischen lange Liste der Firmen ein, die vor Orkney ihre Meeresenergieanlagen testen. Seitdem das European Marine Energy Centre EMEC vor zehn Jahren seinen Testbereich eröffnet hat, waren und sind neben der Pinguin-Maschine sechs andere Wellenkraftwerke im Test. Im Jahr 2004 generierte ein Wellenkraftwerk in der Versuchsanlage weltweit zum ersten Mal Strom für das Netz.

Jedes System, das Wellenenergie in Strom umwandelt, ist individuell und unterliegt einem anderen Prinzip. Es existieren Anlagen, in denen die Wellen in einer Kammer Luft komprimieren. Dieser Luftstrom treibt eine Turbine an. Das erste kommerzielle Wellenkraftwerk funktioniert auf diese Weise. Das Pinguin-Wasserkraftwerk nutzt dagegen die eigene Bewegung, die durch die Meereswellen hervorgerufen wird.

Kostenminimierung beim Pinguin-Wasserkraftwerk

Um die durch die Individualität hervorgerufenen Kosten zu verringern, setzt das Unternehmen Wello auf eine vereinheitlichte Produktion. Denn das Design besteht aus Standardteilen der Industrie, weshalb die Anlage auch in jeder Werft gefertigt werden kann. So wird zum Beispiel der eingesetzte Generator auch für Windkraftanlagen genutzt. Erst einmal zusammengefügt, gelingt die Installation der Anlage auf See in weniger als 36 Stunden. Ein weiterer Zeit- und Kostenvorteil ist die Lagerung der beweglichen Teile im Schiffsrumpf. So kommt man bei der Wartung der Wasserkraftanlage schneller heran.

Die Finnen sind über die neuen Testergebnisse ihres Wasserkraftwerks recht zufrieden, denn die Werte sind höher als mit den Modellen zuvor angenommen wurde. Eine Pinguin-Wasserkraftanlage produziert zwischen 0,5 und einem Megawatt Leistung. Es ist aber Ziel des Unternehmens, mehrere Pinguin-Wasserkraftwerke zusammenzufügen, um die Leistung zu erhöhen.

Jenny Lohse

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