Analyse Deutschland – Wasserkraft

Die Wasserkraft gehört zur wohl ältesten Technologie der Stromerzeugung. Sie reduziert die Abhängigkeit der Energie-Importe und stellt überdies eine langfristige Versorgungssicherheit mit Elektrizität dar. Die Energieerzeugung mittels der Kraft des Wassers hat auch gegenüber Solar- und Windenergie klare Vor- und Nachteile, die gewonnene Energie lässt sich beispielsweise speichern und ihre Verfügbarkeit ist nicht extrem Wetter gebunden. Allerdings bringt die Wasserkraft auch nicht unerhebliche Nachteile mit sich.

Die drei Arten der Wasserkraftwerke

Als gängigste unter ihnen sind die Laufwasserkraftwerke zu nennen. Mit einem Wirkungsgrad von nahezu 94 Prozent nutzen Laufwasser-, Fluss- oder Ausleitungskraftwerke die Strömungsenergie von Flüssen zur Stromerzeugung.
Pumpspeicherkraftwerke ähneln in ihrer Funktion dem klassischen Wasserrad und arbeiten mit zwei Wasserspeichern und einem möglichst großen Höhenunterschied. Wenn der angebotene Strom den Strombedarf übersteigt, wird bei dieser Variante das Wasser vom unteren in das obere Becken zurück gepumpt und steht wieder zur Stromproduktion zur Verfügung.
Unabhängig vom natürlichen Wasserfluss arbeiten so genannte Speicherkraftwerke. Das in natürlichen oder künstlich angelegten Seen gestaute Wasser wird durch Rohrsysteme in Kraftwerke geleitet und dort in Energie umgewandelt.

Stromversorgung in Zahlen

Nach Windenergie und Biomasse ist der Anteil der Wasserkraft zur Energiegewinnung im Bereich der erneuerbaren Energien mit 21,3 Terrawattstunden ein wichtiger Sektor und machte bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien rund 23 Prozent aus (Jahr 2008). Die Wasserkraft hat jedoch keinen so enormen Boom erfahren, wie es beispielsweise auf bei der Windenergie der Falle ist. Seit 1990 wurde ein Ausbau von „nur“ 25 Prozent verzeichnet. So stieg die installierte Leistung von 1990 bis 2008 lediglich von 4.403 auf 4.740 Megawattstunden, hieran konnte auch die Einführung des Erneuerbare Energie Gesetzes mit seinen Novellierungen kaum etwas ändern.

Nachteile

Für den Bau und Betrieb großer Wasserkraftwerke ist ein nicht unerheblicher Eingriff in die Natur vonnöten. Besonders dann, wenn die natürlichen Gegebenheiten (Flüsse) fehlen, müssen die zum Betrieb notwendigen Fallhöhen künstlich angelegt werden. Dabei sind verschiedene Bestimmungen zu Landschafts-, Wasser- und Naturschutz zu beachtet, die viele Investoren zurückschrecken lassen. Ein lohnenswerter Einsatz ist also nur dort möglich, wo das entsprechende Umfeld gegeben ist. Die Bundesregierung plant in diesem Zusammenhang eine Steigerung der Wasserkraft in Verbindung mit einer Verbesserung der Gewässerökologie.

Aussichten

Durch die Stromerzeugung mittels Wasserkraft konnte im Jahr 2008 der Ausstoß von rund 18 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden, Platz 3 nach Wind und Biomasse. Allerdings ist der Ausbau der Wasserkraftwerke im Vergleich zu anderen erneuerbaren Energien in Deutschland eher gering. Hauptsächlich in Ländern ohne flächendeckende Energieversorgung spielt Wasserkraft eine wichtige Rolle, um die Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung dieser Region zu fördern. Deutsche Technik ist hierbei sehr gefragt, denn sie warten mit einem Wissen von mehr als 100 Jahren Wassertechnik auf. In Deutschland selber sind bis Ende 2010 zwar weitere Wasserkraftwerke vorgesehen, allerdings wird wohl die Bedeutung von Wind oder Biomasse in größerem Umfang zunehmen.

Quellen: BMU

Judith Schomaker

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