Weltweit erster Solarkiosk in Äthiopien eröffnet

In Äthiopien ist es heiß, sehr heiß. Denn es scheint fast das ganze Jahr hindurch die Sonne. Strom hingegen gibt es so gut wie keinen; nur 15 Prozent aller Äthiopier haben einen Anschluss an das Stromnetz. In ganz Afrika leben 800 Millionen Menschen ohne Strom. Viele nutzen Dieselgeneratoren und Kerosinlampen, um Strom und Licht zu erzeugen, was häufig gefährliche Brände verursacht, gesundheitsschädigend und zudem teuer ist. Was also tun? Richtig: Auf Solarenergie setzen. Genau das tut man neuerdings am Lake Langano in Äthiopien. Dort wurde am 15. Juli der weltweit erste Solarkiosk eröffnet.

Die Idee stammt aus Deutschland, vom gleichnamigen Start-up Solarkiosk GmbH. Dieses hat es sich zur Aufgabe gemacht, Strom und andere Dienstleistungen in unterversorgte Regionen zu bringen. Dabei setzt Solarkiosk auf eine modulare Leichtbauweise. Der Kiosk wird in Kits oder Einzelteilen geliefert und kann vor Ort mit Hilfe lokal verfügbarer Materialien wie Bambus, Holz, Lehm oder Stein, zusammengebaut und sogar auf dem Rücken eines Esels transportiert werden. Solarmodule auf dem Dach versorgen den Kiosk mit Strom. Die ganze Konstruktion wird im Boden verankert. Ähnlich wie in der Autoindustrie kann das Basismodell zudem unterschiedlich erweitert und angepasst werden und ist dadurch sehr flexibel.

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In Regionen, in denen es keine flächendeckende Stromversorgung gibt, sollen die Menschen Zugriff auf wichtige Produkte wie Energie, Werkzeuge und Artikel des täglichen Bedarfs erhalten. Im Solarkiosk kann ein Kühlschrank betrieben werden, dort können Lebensmittel und Medikamente kühl gelagert werden. Solarlampen, Autobatterien und Handys können aufgeladen werden. Je nach Gegebenheit kann auch Internet oder Fernsehen angeboten werden. Eine große Version des Kiosk erzeugt sogar genügend Strom, um damit einen Mobilfunksendemast zu betreiben. Schon mehrere Telekommunikationsunternehmen haben ihr Interesse an dem Kiosk angemeldet.

Der Solarkiosk schafft einen lokalen und beweglichen Marktplatz, und das auch, weil er nachts erleuchtet ist, in Afrika, wo es in weiten Regionen nachts stockfinster ist, ein wertvolles Gut. Die Solarkiosk GmbH erklärt: Wo Licht ist, da gibt es Kommunikation, Begegnung – und Bildung.

Designt wurde der Solarkiosk von Graft Architects. Nachdem das Pilotprojekt erfolgreich gestartet ist, sollen bald weitere Solarkioske in anderen Regionen und Ländern folgen und Licht und Strom bringen.

Josephin Lehnert

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