Wann platzt die Solarblase?

Gerade die Solarbranche hat in den vergangenen Jahren einen wahren Boom unter den erneuerbaren Energien erfahren. Seit 1994 stieg die jährliche installierte Leistung von Solarfreiflächenanlagen auf über 150 Megawatt. Nicht zuletzt ein Verdienst des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG), womit der Staat jedem Betreiber einer Photovoltaikanlage eine Vergütung von bis zu 48 Cent je Kilowattstunde garantiert – und das auf 20 Jahre. Die Förderung ist dabei je nach Anlagengröße und Art gestaffelt, die Wirtschaftlichkeit einer Anlage spielt dabei jedoch keine Rolle.

Zahlreiche Investoren greifen also schnell noch in diesem Jahr in den staatlichen Fördertopf, denn im kommenden Jahr sollen die Gelder um rund neun Prozent gesenkt werden. Weitere Absenkungen sind für die kommenden Jahre geplant. Neue Anlagen schießen demnach wie Pilze aus dem Boden, riesige Solarparks werden geplant oder sind schon eröffnet und das alles, um noch den ein oder anderen Euro durch die hohen und sicheren Förderungen vom Staat zu kassieren. Eine lohnenswerte Investition, die gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise eine gesicherte Rendite bringt.

Man sollte also annehmen, dass die Hersteller von Solarmodulen mit ihrer Produktion nun kaum noch gegen die hohe Nachfrage ankommen. Aber weit gefehlt, das genaue Gegenteil ist der Fall. Überkapazitäten auf dem Markt zwingen selbst Branchenriesen zum Stellenabbau, denn die Bilanzen sehen alles andere als rosig aus. Wie kommt dieses Phänomen zustande? Die Preise für Solarmodule sind durch das reichhaltige Angebot zwar gefallen, können aber nicht mit den chinesischen Anlagenbauern konkurrieren, die sehr effektiv auf den deutschen Markt drängen. Hier werden mittlerweile hervorragende Anlagen angeboten, die durch die geringen Lohnkosten auf dem asiatischen Kontinent entsprechend preiswerter sind, als die der deutschen Anlagenbauer. Hinzu kommen Rückläufer vom spanischen Markt, durch die Deckelung des, dem deutschen ähnlichen EEG. So kommen die bereits an spanische Kunden verkauften Solarmodule wieder zurück auf den deutschen Markt und müssen erneut verkauft werden.

Würde dieses Szenario, was in Spanien bereits für zahlreiche gescheiterte Projekte sorgt, nun auch in Deutschland stattfinden, würde es die Solarblase zum Platzen bringen. Wenn in Deutschland nur noch bis zu einer bestimmten Höchstgrenze subventioniert würde, nicht jeder Betreiber in den Genuss von Fördergeldern käme, würde eine neue Pleitewelle über das Land rollen. Schließlich nehmen derzeit die Stimmen von EEG-Kritikern immer mehr zu, die Forderung nach einer Absenkung der Förderbeträge und eine erneute Überprüfung des Gesetzes von Seiten der Politik werden massiv gefordert. Ob und inwieweit es einen Refit der Vergütungen nach dem EEG geben wird, hängt dabei wohl stark von den Ergebnissen der Bundestagswahlen ab. Dann entscheidet sich, ob die Solarblase platzen wird.

Judith Schomaker

2 Bemerkungen

  • Die Solarblase ist bereits geplatzt. Leider will dies nur noch Niemand realistisch wahrnehmen. Die Solarförderung im
    Bereich der Photovoltaik wird drastisch zurück gefahren, da z.B. Q-Cells mittlerweile ankündigte in Deutschland keinen
    Ausbau vorzunehmen. Die Begründung: Der Chinesische Markt ist dabei den europäischen Markt preiswerter zu beliefern.
    Somit muss doch die Solarblase platzen. Deutschland fördert doch nicht auch noch indirekt den chinesischen Markt. Wir sind eine internationale makroökonomische Gemeinschaft und
    kein Stadtstaat auf den Kontinenten. Wer Globalisierung wollte darf sich nicht über deren normalen wirtschaftlichen Auswirkungen wundern- oder?

    Horst (George) Balonier