Vom solaren Zauberteppich

Solarer Zauberteppich in Gerlos

Ein weltweit einzigartiges Projekt wurde in den Zillertaler Alpen in Österreich kürzlich in einer Schar staunender Winterurlauber präsentiert: ein mit Solarmodulen bestücktes Skiförderband. Dieser solare Förderteppich produziert sauberen Strom und zwar mehr als die Anlage selbst für ihren Betrieb benötigt.

Der solare Moving Carpet ist ein überdachtes Skiförderband. Er steht in Gerlos in der Zillertal Arena in Tirol, Österreich, ist 180 Meter lang und benötigt während des Liftbetriebs in der Wintersaison rund 16.000 Kilowattstunden Strom, wie im übrigen die meisten Skiförderbänder. Der Zauberteppich in Gerlos aber erzeugt seinen Strom selber und zwar über Solarmodule, die an der Überdachung angebracht sind – eine weltweite Innovation. Insgesamt 74 Module kommen auf eine Gesamtleistung von etwa 18,25 Kilowattpeak; das entspricht einer Energiemenge von 22.000 Kilowattstunden pro Jahr.

Ja, die Zauberteppich-Galerie produziert mehr Ökostrom als die Anlage selbst benötigt, bestätigt Emanuel Wohlfarter, der Geschäftsführer der Sunkid GmbH, die den Solarlift erfunden und installiert hat. Der erzeugte Solarstrom fließt nicht direkt ins Förderband, sondern wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist, von dort bezieht das Förderband den Strom für den Betrieb der Anlage. Pro Kilowattstunde eingespeisten Strom erhält der Betreiber 15 Cent vom örtlichen Stromversorger, der Tiwag AG. Der Betrieb des Förderbands bedeutet also sogar noch einen Gewinn. Der erzeugte überschüssige Reststrom – rund 6.000 Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr – steht dem öffentlichen Stromnetz zur Verfügung. Das entspricht rund 27 Prozent der erzeugten Strommenge, also etwa ein Drittel.

Das Prinzip de Moving Carpet-Galerie wurde bereits 2001 entwickelt. Die Überdachung des Förderbands schützt die Fahrgäste trotz freien Blicks nach draußen vor Schnee, Regen, Wind und Kälte. Für die Betreiber bedeutet es, dass das Förderband auch bei widrigsten Witterungsverhältnissen und Schneefall rasch in Betrieb genommen werden kann. Die Solarmodule werden in Sandwichbauweise mit zwei jeweils zwei Millimeter starken Polycarbonatscheiben in die Galerie einlaminier. Das sorgt für hohe Funktionssicherheit und bietet wenig Angriffsfläche.

Der Hersteller indes rechnet aufgrund des schnellen Rückflusses der Investitionskosten und der äußerst geringen Betriebskosten mit einer weltweit hohen Nachfrage für den neuen Zauberteppich. Sollten die solaren ‚Moving Carpets‘ sich schnell verbreiten, würde das eine erhebliche Senkung des wintersportbedingten Energieverbrauchs in den Skigebieten bedeuten.

David Kammerlander, der Geschäftsführer des Skilift-Zentrums Gerlos, freut sich dass die Zillertal Arena einmal mehr ihre Innovationskraft und Technologieführerschaft in Sachen umweltfreundlicher Energiegewinnung zeigt. Ein Solarkraftwerk sorgt bereits für emissionsfreie und geräuschlose Energiegewinnung.

Josephin Lehnert

Über das CleanEnergy Project

Das CleanEnergy Project ist ein non-profit Online-Magazin für alle Menschen auf der Suche nach mehr Nachhaltigkeit.

Das Team von CleanEnergy Project will Gestalter und nicht nur Zuschauer unserer Zeit sein.

Wir heißen alle willkommen, die sich uns als Autoren unserer Zeit anschließen möchten und bieten dafür unsere Plattform, das CleanEnergy Project.