USA erhöht Strafzoll gegen Solarimporte aus China

Sunset Reservoir in San Francisco, USA

Die EEG-Einspeisevergütung hat sich inzwischen weltweit zum Erfolgsmodell entwickelt. Für den Investitionserfolg mit erneuerbaren Energien ist sie ausschlaggebend. Dass die staatliche Förderung für Solarenergie in Europa zurück geht, macht es der Branche nicht leichter.

Über zu wenig Förderung müssen sich die Hersteller von Solarmodulen in China derzeit keine Sorgen machen. Günstige Kredite bieten finanzielle Absicherungen und ein lohnendes Geschäft. Über 60 Prozent beträgt der Marktanteil chinesischer Solaranbieter. Zudem exportiert die Volksrepublik 90 Prozent ihrer Solarmodule und profitiert so zusätzlich von den Einspeisevergütungen anderer Länder.

Dem Boom der chinesischen Wirtschaft versucht die USA sich nun entgegenzustellen. Schon im März dieses Jahres führte es die Strafzölle für chinesische Solarzellen ein. Jetzt beschloss das US-Handelsministerium schäfere Antisubventionsmaßnahmen. Das heißt, für den Import chinesischer Solarmodule werden neuerdings deutlich höhere Strafzölle erhoben. So muss beispielsweise das Unternehmen Suntech 31 Prozent an Abgaben zahlen. Chinesische Produzenten von Solarzellen, die nicht mit der US-Regierung kooperieren, müssen sogar mit einem Abgabensatz von 250 Prozent rechnen. In diesem Fall lohnt sich der Export eigentlich nicht mehr. Im Oktober dieses Jahres wird eine endgültige Regelung verkündet.

Strafzölle als Konsequenz der Dumpingpreise

Begründet wird der Eingriff in den amerikanischen Markt mit den niedrigen Preisen chinesischer Importe. Diese sind aufgrund von Fördermitteln billiger als die Produktionskosten. Folglich existiert inzwischen eine größere Kapazität an Solaranlagen als tatsächlich nachgefragt wird.

Der Preis für Module fiel in den letzten fünf Jahren um 80 Prozent. Zuletzt immer rasanter. Dadurch sieht es mit der Auftragslage europäischer und US-amerikanischer Solarfirmen schlecht aus. Viele befinden sich in der Insolvenz.

Aus diesem Grund fanden sich sieben Solarfirmen der USA zusammen, um gegen die Dumpingpreise zu klagen. Mit dem Beschluss des Ministeriums sind sie zufrieden, weil sie sich nun einen fairen Wettbewerb erhoffen. Das beteiligte Unternehmen Solarworld ist der Meinung, dass die Zölle die Solarindustrie nicht schwächen werden.

Allerdings befürchten andere Solarfirmen, dass genau das geschieht. Denn gerade der niedrige Preis macht die Photovoltaik im Vergleich zu anderen Kraftwerken so konkurrenzfähig. Wird der Preis mit dem Beschluss wieder in die Höhe getrieben, sinken die Investitionen.

Chinesische Firmen sehen hohe Umsätze als Ursache

Chinesische Solar Unternehmen verweisen indes auf eine ebenso hohe staatliche Förderung der Photovoltaikindustrie in den USA und Europa. Ebenso begründen sie die niedrigen Preise mit den hohen Umsätzen.

Vielleicht wird China den Zoll zukünftig umgehen, indem seine Unternehmen sich direkt in den USA ansiedeln. Die Lieferung der Module von Taiwan aus wäre auch eine Möglichkeit.

Inzwischen wird auch in Europa an einer Klage gegen die chinesischen Importe gearbeitet.

Jenny Lohse

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