Sonnenkraftwerk der Superlative

Die Nutzung der Sonne als Energielieferant gewinnt in Zeiten des Klimawandels immer mehr Bedeutung. Im Zuge dessen versuchen Regierungen und Unternehmen die Energie der Sonne so effizient wie möglich zu nutzen.

Dieses Ziel verfolgen Stromkonzerne aus aller Welt.Doch während die ehrgeizige Vision europäischer Unternehmen, in Nordafrika das größte Sonnenkraftwerk der Welt zu bauen, von einer Realisierung noch weit entfernt ist, wird in China bereits im Juli 2010 mit dem Bau des weltweitgrößten Sonnenkraftwerks begonnen. Dies bekräftigte laut Handelsblatt der chinesische Parlamentschef Wu Bangguo durch Unterzeichnung einer grundsätzlichen Absichtserklärung und seiner symbolischen Unterschrift auf einem Solarmodul der beauftragten, amerikanischen Firma First Solar in Tempe.

Die Arbeiten am bis dato größten Solarpark auf dem Ordos-Plateau in der Inneren Mongolei sollen bis zum Jahr 2019 abgeschlossen sein,aber zu Demonstrationszwecken bereits nächstes Jahr erstmalig Strom produzieren. Die Photovoltaikanlage wird nach Fertigstellung bis zu zwei Gigawatt Strom liefern können.Das entspricht in etwa der Leistung von zwei Atomkraftwerken.

Dies sei „ein ermutigender Schritt in Richtung einer Installation von Solarkraft auf breiter Front weltweit, um die Sorgen um den Klimawandel zu mildern“, lobte der Chef von First Solar, Mike Ahearn, die Regierung in Peking und wies damit auf die Entwicklung eines Marktes für Solarmodule in China hin. Der Anteil erneuerbarer Energien, so das Ziel Chinas, soll bis 2010 auf zehn Prozent und bis 2020 sogar bis auf 20 Prozent erhöht werden. Die Solarkapazitäten will China bis zum Jahr 2020 von 90 Megawatt aufzehn bis 20 Gigawatt ausbauen. Die Ausmaße dieses Vorhabens werden im Vergleich mit dem größten deutschen Sonnenkraftwerk deutlich: Die Anlage nördlich von Cottbus, so groß wie drei Fußballfelder, produziert derzeit lediglich 53 Megawatt.

First Solar und die chinesische Regierung müssen nun die eigentlichen Verträge aushandeln. Nach Angaben von First Solar stehe nach einem erfolgreichen Vertragsabschluss sogar die Möglichkeit zur Debatte, die Solarmoduleauch in der Mongolei selbst zu produzieren.

Tobias Hartmann

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