Sonnenenergie aus Brandenburg

Größtes Dünnschicht-Solarkraftwerk Europas

In Brandenburg ist das größte Dünnschicht-Solarkraftwerk Europas ans Stromnetz angeschlossen worden. Davon profitiert auch die Hauptstadt Berlin.

Im Brandenburgischen Templin wurde das Dünnschicht-Solarkraftwerk mit einer Leistung von 128 Megawatt auf dem ehemaligen, russischen Militärflughafen Gross Dölln ans Stromnetz angeschlossen. Das Kraftwerk wurde in nur vier Monaten errichtet und soll auch eine wichtige Rolle bei der Versorgung des Großraums Berlin mit Strom aus erneuerbaren Energienquellen spielen.

Solarkraftwerke dieser neuesten Generation können dank der integrierten dynamischen Blindleistungsregelung die Stabilität der Stromnetze enorm verbessern. Damit können mehr Strom in den bestehenden Netzen transportiert, der Netzausbau insgesamt reduziert und die Stromkosten auf Verbraucherseite verringert werden. „Dezentrale Solarkraftwerke werden eine entscheidende Rolle beim zukünftigen Strommarktdesign in Deutschland spielen“, sagt Bernhard Beck, Geschäftsführer der Betreiberfirma Belelectric.

Strom aus diesen Kraftwerken gilt als kostengünstigste Art der Stromerzeugung aus Solarenergie. Aktuell habe das Kostenniveau für die Stromproduktion mit Dünnschicht-Solarkraftwerken die von Onshore-Wind erreicht, sagt Beck. Insgesamt wurden in Templin über 1,5 Millionen Dünnschichtmodule des Produzenten First Solar sowie 114 Zentral-Wechselrichter des Herstellers SMA verbaut.

Das Solarkraftwerk erzeugt in einem einzigen Jahr mehr als 120 Millionen Kilowattstunden Strom, was dem Jahresverbrauch von knapp 36.000 Haushalten entspricht. Dadurch wird ein jährlicher Ausstoß von rund 90.000 Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 vermieden.

Daniel Seemann

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