Solarwirtschaft legt weltweit zu

Produktion in einer Silizium-Solarzellenfabrik; Foto shutterstock

Die Photovoltaikindustrie konnte sich 2010 weltweit gesehen sehr gut entwickeln. Nach einem Berichtdes Branchennachrichtendienstes Reve expandierte der globale Markt für Solarzellen im vergangenen Jahr um insgesamt 117 Prozent. Anlagen mit einer Leistung von rund 16,3 Gigawatt wurden weltweit verkauft und installiert.

Für das laufende Jahr wird mit einer weiteren Steigerung auf 20,6 Gigawatt gerechnet. Da jedoch das Angebot schneller als die Nachfrage wächst, könnten die Erzeugerpreise der Anlagen 2011 um bis zu 15 Prozent sinken.

Weltweite Nachfrage nach Solaranlagen steigt an

Getragen wird die Marktdynamik 2011 vor allem von der Nachfrage in den USA, Italien, Kanada, Indien und China, so die Analyse. Andere Märkte würden hingegen abkühlen. Einer davon ist Spanien. Dort droht der Solarbranche in diesen Tagen ein schwerer Rückschlag.

Im spanischen Parlament wird die rückwirkende Kürzung der Einspeisevergütung erwogen. Besitzer von Solaranlagen hatten wie in Deutschland bisher darauf zählen können, dass die zur Zeit der Inbetriebnahme geltenden Vergütungen langfristig stabil bleiben. Hierzulande sind die Vergütungen für 20 Jahre garantiert, in Spanien variieren die Garantiezeiten mit der Technologie zwischen 15 Jahren und dem Lebenszyklus der Anlagen.

Verunsicherung in der spanischen Solarwirtschaft

Verschiedene Organisationen der Photovoltaikbranche rechnen damit, dass ein entsprechender Beschluss bei zukünftigen Interessenten zu einer erheblichen Verunsicherung führen würde. Nach Angaben des spanischen Netzbetreibers RED hatte Solarstrom 2010 zwei Prozent zur spanischen Versorgung beigetragen.

Die zahlreichen Stauseen des Landes lieferten 14 Prozent und Windkraftanlagen 16 Prozent des spanischen Strombedarfs. Zusammen mit nicht näher bezeichneten “anderen erneuerbaren” Energieträgern kommen die klimafreundlichen Technologien auf bereits stattliche 35 Prozent der Bedarfsdeckung. Bleibt zu hoffen, dass diese Entwicklung durch die neuen politischen Beschlüsse nicht ausgebremst wird.

Daniel Seemann

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