Solarthermie versus Photovoltaik: Für wen lohnt sich was?

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Mit der Kraft der Sonne lässt sich nicht nur Strom erzeugen, auch für die Heizung kann sich der Mensch die Sonnenstrahlen zu Nutze machen. Entsprechend sind die Möglichkeiten einer Dachanlage entweder auf Wärme oder auf die Produktion von Strom ausgerichtet. Hauseigentümer stehen hier oft vor der Wahl der besten Alternative für das heimische Dach. Doch für wen lohnt sich nun was? Besser auf Photovoltaik verzichten und stattdessen Sonnenkollektoren aufbringen oder doch lieber umgekehrt?

Das Herzstück einer Solaranlage zur Wärmebereitstellung bildet der Kollektor mit dem Solarabsorber, bei der Photovoltaikanlage sind es die Solarmodule, die die Sonnenstrahlen einfangen und mithilfe der Wechselrichter in elektrischen Strom umwandeln.

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Im Gegensatz zu Solarmodulen, nehmen Sonnenkollektoren das Sonnenlicht relativ gleichmäßig auf, sie müssen also nicht zwangsläufig der Sonne entgegengerichtet sein und bringen auch bei bedecktem Himmel noch eine gewisse Leistung. Solarmodule hingegen erreichen den optimalen Wirkungsgrad bei einer Ausrichtung nach Süden, bei einer idealen Dachneigung von 30 Grad. Spezielle Modulvarianten erlauben zudem das Aufbringen auf Flachdächern oder auf Dächern mit nicht perfekter Ausrichtung.

Generell gilt jedoch folgende Überlegung:
Wer seine eigenen Heizkosten minimieren möchte, der sollte sich anstatt einer Solarstromanlage lieber Sonnenkollektoren auf dem Dach installieren lassen. Auch bei einer nicht optimalen Lage für Solarmodule ist es ratsamer, auf Kollektoren zurückzugreifen. Hauseigentümer, die ihr Eigenheim nicht selbst bewohnen, sind mit der Installation einer Solarstromanlage besser bedient.

Sonnenkollektoren zur Wärmeerzeugung erfreuen zwar den Mieter, dem Vermieter bringen solche Anlagen jedoch nicht viel. Hier sind Solarmodule zur Stromerzeugung deutlich lukrativer. Der erzeugte Strom kann in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden und wird entsprechend der im EEG festgelegten Einspeisevergütung belohnt. Wer bereits mit geringen Heizkosten gesegnet ist, sei es durch ein modernes Heizsystem und eine perfekte Hausdämmung oder bereits verwendeter alternativen Heizmethoden, der sollte ebenfalls besser zu Solarstrom greifen – vorausgesetzt, die Gegebenheiten, wie Platzangebot, Dachausrichtung- und Neigung, etc. sind stimmig.

11 Bemerkungen

  • Sehr geehrte Frau Schomacker,
    ich vermisse eine Kostengegenüberstellung. Was kostet derzeit ein kW Solarthermie und ein kW Photovoltaik? Bezüglich der gegenwärtigen Preisentwicklung in der Photovoltaikindustrie könnte sich der Hauseigentümer tendenziell eher für die stromerzeugende Lösung interessieren.
    Beste Grüsse

  • Hallo Frau Schomacker,
    das Thema des Artikels ist sehr interessant und die Quintessenz nachvollziehbar. Allerdings ist für nicht-Energieexperten Ihre Begriffsverwendung im 2. und 3. Absatz erst nach mehrmaligem Lesen verständlich. Ist es wirklich die allgemeine Konvention, dass “Solaranlage” und “Sonnenkollektor” sich nur auf Solarthermie beziehen, und “Solarmodule” nur Siliziumzellen zur Stromerzeugung bezeichnen? Ich hätte mir auch Beispielrechnungen gewünscht, um besser abwägen zu können. Vielleicht können Sie ja einen Link zu einer derartigen Berechnung empfehlen? Viele Grüße Joachim Otto

  • Hallo,

    eine Gegenüberstellung der kosten wäre gut!

    Wir gewinnen eine kWh thermische Energie für ca. 4 bis 8 Cent, gerechnet auf 30 Jahre; tatsächlich kostet sie noch weniger!!!!!

    liebe Grüße aus Graz

  • Sehr geehrte Frau Schomaker

    Besten Dank für den interessanten Artikel. Ich habe darin noch ein Ansatz vermisst, der etwas in die Zukunft weist. Ich denke es sollte in Zukunft weniger ein “entweder / oder” zum Zug kommen, sondern viel mehr ein “und”. Es gibt durchaus viel versprechende Ansätze mit kombinierten Systemen, also Photovoltaik UND gleichzeitig Solarkollektoren zur Wärmegewinnung. Dies hat einerseits den Vorteil, dass die Solarmodule gekühlt werden und damit in einem besseren Leistungsbereich betrieben werden können. Andererseits wird der Gesamtwirkungsgrad einer solchen Anlage natürlich bedeutend höher, da mehr Strahlungsleistung des Spektrums absorbiert wird.

    Freundliche Grüsse
    Alessandro Medici

  • Photovoltaik oder Solarthermie sollte kein Gegensatz sein, denn eine Solarthermieanlage muss nicht unbedingt auf dem Dach installiert werden, sondern kann auch frei aufgestellt sein. Die Wirtschaftlichkeit ändert sich dadurch kaum, und so bleibt das ganze Dach für die Photovoltaik-Anlage übrig, für die man dann die volle Einspeisevergütung bekommt (Voraussetzung: Dachanlage).

  • Hallo Frau Schomacker,
    auf einer GreenEnegry-Seite sollten die entsprechenden Begriffe schon etwas klarer verwendet werden:
    1. Sonnenkollektoren: Sammelbegriff (alles, was Sonnenstrahlung zu Energie umwandelt), wird seit vielen Jahren für PV-Module (z.B. Raumfahrt) gebraucht. Sie meinen damit aber eine Solarthermie- Anlage.
    2. Solarmodule: könnte auch das Modul einer Solarthermie-Anlage sein. Sie meinen damit Photovoltaik-(PV-)Module.
    Unter der Überschrift, “Für wen lohnt sich was?” hätte eine Beispielrechnung Transparenz gebracht. Daher:
    Eine PV- Anlage kostet ca. € 2.500,- pro kWp (maximal erzielbare Leistung, kW), Stand 02/2011, kristalline Module. Je nach Standort (lokal unterschiedliche Einspeisevergütung) und Eigenkapital (in D teilweise 100%- Finanzierung möglich) kann sie ab ca. 14 Jahren einen Gewinn einfahren. PV- Anlagen in Süddeutschland bringen im Schnitt 1050 kWh/kWp und Jahr, im Norden um die 950 kWp/kWh a. An guten Standorten sind mit Nachführung über 1500 kWh/kWp a möglich.
    Solarthermie-Anlagen dienen der Warmwasser- Erzeugung (Heizung, Dusche etc.). Derzeitige Berichte sprechen davon, daß Eigenheim- Besitzer sich zwar an der preiswerten Warmwasser-Aufbereitung freuen, dafür aber statistisch mehr verbrauchen. Die Frage einer Amortisation auf 20 Jahre währe in diesem Zusammenhang zu überprüfen. Dabei sollte auch berücksichtigt werden, daß bei Eigenheim- Besitzern mit Solarthermie der Wasserverbrauch höher ist.. .
    Ein wesentlicher Aspekt von PV-Anlagen sind die elektrischen Felder, die man sich mit einer solchen Anlage ins Haus holt.

  • Der Artikel ist schwer zu lesen, nichts-sagend (es wird ständig mal dies mal das empfohlen) und absolut unvollständig. Nur ein paar kleine Punkte daraus sind wirlich lehrreich.

    Ebenso kurz (und nicht ganz vollständig):

    PV ist leichter abzuschätzen, leichter zu planen, den Kunden leichter zu erklären / die Kosten leichter zu vermitteln. Und es ist absolut “in”.

    Solarthermie als zweite Wärmequelle ist bei moderner Heizungstechnik und wärmteschn. guten Häusern eher selten rentabel – der Zusatzinvest kommt einfach nicht mehr rein.
    Was hier – auf lange Sicht – rentabel ist, das sind sehr große Anlagen mit 70% und mehr Abdeckung für WW+Heizwärme.
    Aber man muß hier eher weit in die Zukunft sehen – denn der Vorteil liegt hier schlicht beim geringen End-/Hilfsenergiebedarf in Summe …und der Preis für Energie ist genau das, was in Zukunft heftig steigen wird.
    Leider wird der sehr hohe Invest die meisten abschrecken lassen …sogar einen ökolog. orientierten Techniker wie mich.

  • Armortisationszeiträume von 20 Jahren sind doch wohl nur zum Wohle der Hersteller zu betrachten. Ein kluge Mischung aus Sonne und wind, die zum Ziel hat den Verbraucher unabhängig von den Konzernen zu machen UND dabei die Umwelt weniger zu belasten DAS ist die Lösung. Ich will kein Geld verdienen – ich will unabhängig werden, mehr nicht !!!!