Solarstrom für Rafsanjan

Solarstrom mit Photovolatik im Iran - Eröffnung Solarpark in Rafsanjan
Eröffnung Solarpark in Rafsanjan/Iran. © H.C.Neidlein

Der Iran setzt verstärkt auf Solarstrom durch Photovoltaik und andere erneuerbare Energien sowie die Zusammenarbeit mit europäischen Unternehmen. Vergangene Woche wurde in Rafsanjan, im Südosten des Landes, ein 1,2 Megawatt starker Solarpark von der österreichischen KPV Solar in Betrieb genommen. Eine Erweiterung auf 60 Megawatt ist derzeit in Planung.

Mit Einspeisetarifen zwischen 12 und 24 Cent/kWh fördert die iranische Regierung die Erzeugung von Solarstrom. Erst jüngst wurde deren Laufzeit von fünf auf 20 Jahre erhöht, wobei allerdings die Vergütung nach zehn Jahren auf 70 Prozent sinkt.  Innerhalb der kommenden fünf Jahre soll die installierte Leistung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen auf fünf Gigawatt ausgebaut werden. „Ziel ist neben dem Klimaschutz die Schaffung von Arbeitsplätze, die Erhöhung der Wertschöpfung sowie die Deckung einer steigenden Stromnachfrage“, unterstrich Jafar Mohammadnejad Sigaroudi von der staatlichen Agentur für erneuerbare Energien (SUNA) bei einer Gesprächsrunde in Teheran.

Mit Sonderwirtschaftszonen gewähren Städte wie Rafsanjan in der Provinz Kerman im Südosten des Landes zusätzliche Steueranreize für entsprechende Investitionen. Mit „großem Bahnhof“ wurde dort vergangene Woche vom Provinzgoverneur eine 1,2 Megawatt (MW) Solarpark eingeweiht. Er wurde innerhalb von sechs Monaten für 1,2 Millionen Euro von der Österreichischen Unternehmensgruppe KPV Solar als Joint Venture mit einer iranischen Unternehmenstochter realisiert. Beteiligt sind die österreichischen Firmen Fronius (Wechselrichter) und Kioto Solar (Module).“Wir sind sehr beeindruckt von der Qualität der Installation“, sagte Benjamin Fischer, Area Sales Manager bei Fronius. Montiert wurde die Anlage von dem örtlichen Installationsbetrieb Mehradbad Renewable Energy.

Mit 1.800 – 1.900 Kilowattstunden pro Kilowatt ist der erwartete Solarstrom-Ertrag fast doppelt so hoch wie in Deutschland oder Österreich. 330 Tage im Jahr scheint in iranischen Regionen wie Kerman die Sonne. Gerhard Rabensteiner, Geschäftsführer von KPV Solar, kündigte an, in dem Industrieareal innerhalb der kommenden Monate weitere sechs Solarparks mit je 10 Megawatt zu errichten. Für zehn Jahre locken Steuerermäßigungen, zudem müssen keine Einfuhrzölle bezahlt werden. Mittlerweile interessieren sich jedoch auch örtliche Unternehmen außer des Industrieparks für Solarinvestitionen. So eine Spedition, die eine zwei mal fünf Megawatt starke PV-Dachanlage errichten will. Insgesamt seien in der Region seit Bekanntgabe der Einspeiseförderung über 3.000 Anträge für Dachanlagen eingegangen, sagte ein örtlicher Behördenmitarbeiter bei einem Hintergrundgespräch.

Als Hürde für ausländische Investitionen gilt allerdings noch der schwierige Zahlungsverkehr mit dem Ausland. Der österreichische Botschafter Stefan Scholz äußerte sich allerdings zuversichtlich, dass sich dies in absehbarer Zeit verbessern wird.

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