Solarseilbahn entsteht in Vorarlberg

Photovoltaik-Sesselbahn

Für die einen ist der Winter eine kalte, graue Jahreszeit, die es irgendwie zu überstehen gilt. Wintersport-Fans hingegen freuen sich bereits im Spätsommer auf den ersten Schnee. In Österreich können Skifahrer dieses Jahr eine technische Neuheit nutzen, die Winterspaß und Nachhaltigkeit verbindet. Die Solar-Seilbahn „Hüttenkopfbahn“ in Vorarlberg deckt ein Drittel der Gesamtenergie, die sie benötigt, mit Sonnenkraft.

Das Skigebiet Golm im Montafon-Tal bietet Wintersportlern in der kommenden Saison einige  Komfortverbesserungen – 8,5 Millionen Euro investiert Illwerke Tourismus in diesem Jahr in den Ausbau der Infrastruktur. Größte und teuerste Neuerung ist die Solar-Sesselbahn mit Kosten von 6,5 Millionen Euro, die eine Anlage aus den 80er Jahren ersetzt. Auf der Talstation, der Bergstation und dem sogenannten Sesselbahnhof sind hocheffiziente Photovoltaikelemente von Königsolar installiert, die während der Skisaison rund 60.000 Kilowattstunden Energie erzeugen.

Das Projekt wird vom Seilbahnhersteller Doppelmayr und dem Energieversorger Illwerke/VKW umgesetzt. Seit Juli 2012 sind die Bauarbeiten im Gange. Mit Beginn der diesjährigen Saison sollen die ersten Wintersportler mit Sonnenkraft befördert werden. In Sechser-Sesseln überwinden sie die knapp 400 Meter von der Tal- zur Bergstation. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von fünf Metern pro Sekunde dauert die Fahrt weniger als fünf Minuten. Diese Fahrzeitverkürzung ist nur eine der Verbesserungen im Vergleich zur alten Seilbahn. Die neue kuppelbare Anlage bietet mit Sitzheizung, Wetterschutzhauben und Kindersicherung höchsten Fahrkomfort den Berg hinauf. Nach dem Endausbau können bis zu 2.400 Personen am Tag mit der Seilbahn die Pisten erreichen.

Doppelmayr geht davon aus, dass sich die Mehrkosten der Anlage innerhalb von zehn Jahren amortisieren. Das neue Solarsystem ist nicht nur bei Neubauten integrierbar – auch bereits bestehende Seilbahnen können damit aufgerüstet werden. Laut dem Seilbahnhersteller ist dabei je nach Lage und Leistung der Bahn eine Deckung von bis zu 50 Prozent des Energiebedarfs möglich.

Irene Lange

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