Solarpotenzialanalyse per Mausklick

Das Dortmunder Dienstleistungs-Unternehmen Aerowest GmbH ist auf die Produktion höchstauflösender Geodaten spezialisiert und erstellt unter Anderem Luftbilder von Ballungsräumen für Google Earth. Für seinen Service „AeroSolar“, der der Potenzialanalyse für Aufdachsolaranlagen dient, wurde das Unternehmen auf der Intersolar 2009 mit dem Intersolar Award ausgezeichnet. Das CleanEnergy Project sprach mit Hans Joachim Benfer, dem Geschäftsführer von Aerowest.

Herr Benfer, erklären Sie doch bitte kurz unseren Lesern, was sich hinter AeroSolar verbirgt.
AeroSolar ermöglicht die detaillierte Analyse von Dachflächen hinsichtlich ihres solaren Strahlungspotentials. Dazu wird aus hochauflösenden Luftaufnahmen zunächst ein dreidimensionales Modell des betreffenden Daches erzeugt. Um die örtlich auftretende Verschattung zu bestimmen erfassen wir auch die Nachbarbebauung und -vegetation. Anschließend wird die Sonneneinstrahlung räumlich und zeitlich simuliert.

Die 3D-Aufnahmen für AeroSolar werden von einem Flugzeug erfasst. Wie ist es möglich, dabei auch die Neigung der Dachflächen festzustellen?
Die Luftaufnahmen werden überlappend erstellt. Das bedeutet, dass zu jedem Objekt mehrere Perspektiven entstehen, die am Computer dreidimensional ausgewertet werden können. Im Ergebnis lassen sich Neigungen und räumliche Flächeninhalte ermitteln. Dabei wird jedes Gebäude tatsächlich individuell bearbeitet. Für 400 Städte liegen die benötigten Luftaufnahmen bereits flächendeckend vor.

Woher nehmen Sie die Werte für die jährliche potenzielle Strahlungsmenge? 
Die Strahlungsmenge wird mit dem simuSolar Strahlungsmodell der Firma simuPlan aus Dorsten bestimmt. Grundlage sind Strahlungszeitreihen des Deutschen Wetterdiensts. In der Simulation wird die Strahlung für jeden Punkt am Dach in einer Auflösung von 20 Zentimeter im Abstand von zwei Minuten über das Jahr berechnet.

Für welche Anwendungsbereiche ist AeroSolar vorgesehen?
AeroSolar-Analysen können für Einzelobjekte direkt über unseren Internetserver bestellt werden. Die Lieferung erfolgt kurzfristig. Alternativ können aber auch mehrere Objekte, zum Beispiel aus einem Portfolio bis hin zu kompletten stadtweiten Solarkatastern bearbeitet werden.

Wie setzt sich Ihre derzeitige Kundschaft zusammen?
Viele Bestellungen erreichen uns von Planern und Projektierern. Hier kann unmittelbar Arbeit und Zeit mit unserer Lösung gespart werden. Die Planer profitieren insbesondere von der Übergabe der CAD-Daten der Dachflächen. Daneben untersuchen wir bereits komplette Portfolios für große Immobiliengesellschaften und erstellen für mehrere Kommunen mit dem Verfahren stadtweite Solarkataster. Es gehören aber auch private Eigenheimbesitzer zu unseren Kunden, die die Eignung ihres Einfamilienhauses für Solaranlagen prüfen möchten.

Wie teuer ist die Berechnung des Solarpotenzials für ein Einfamilienhaus beziehungsweise Industriebetrieb?
Die Solarpotentialanalyse für ein Standardgebäude (Ein- und Zweifamilienhaus) kostet zirka 250 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Bei größeren Anlagen oder Portfolios vereinbaren wir den Preis individuell.

Herr Benfer, ich danke Ihnen für das Gespräch.
Corinna Lang

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