SolarPACES 2009 – konzentrierende Solarthermie weltweit

SolarPACES (Solar Power and Chemical Energy Systems) wurde 1977 als eine kooperative Unterorganisation der Internationalen Energieagentur (IEA) gegründet. Sie soll die Ausbreitung und Erforschung von konzentrierender Solarthermie fördern. Dieses Jahr fand die 15. Konferenz in Berlin statt. Eindrücke vom Kongress gibt Ann-Morla Meyer

Knapp 750 Größen und Newcomer aus Wirtschaft, Forschung und Praxis rund um die konzentrierende Solarthermie trafen sich vom 15. bis zum 18. September in Berlin. Beim ersten Treffen 1977 saßen nur rund 20 Pioniere um einen Tisch.

Beim Eingangspodium der Konferenz ging es um die aktuelle Situation von konzentrierender Solarthermie im mittleren Osten und Nordafrika. Laut einer Studie von Greenpeace und ESTELA (European Solar Thermal Electricity Association) waren Mitte dieses Jahres 132 Megawatt in Spanien, 424 Megawatt in den USA, sechs Megawatt in Marokko und zwei Megawatt in Deutschland am Netz. Im Bau und in der Zulassugsphase befinden sich Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1.544 Megawatt, was etwa zwei Atomkraftwerken entspricht. Die meisten dieser Projekte sind in Spanien geplant. Einige Tausend Megawatt wurden in diese Studie nicht miteingerechnet. Diese stellte ein Vertreter der Desertec Industrial Initiative im Anschluss vor. Er erläutert, dass die 400 Milliarden Euro, die im Juni durch die Presse geisterten, keine feste Marke sind, auf die sich die Initiative eingeschossen hat. Vielmehr wolle man gemäß den Zielen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR) bis 2050 15 Prozent der europäischen Energieversorgung bereitstellen.

Am zweiten Konferenztag beschäftigten sich zwei Podien vor allem mit marktwirtschaftlichen Fragen. Zunächst ging es um die Entwicklung von CSP-Projekten (Concentrated Solar Power). Hier erzählten unter anderem Vorstandsvorsitzende von Abengoa Solar S.A. und ACS Cobra von Engpässen in der Materialbeschaffung, von Skepsis bei finanzierenden Banken und fehlenden Erfahrungswerten für Großprojekte.

Das anschließende Podium beschäftigte sich mit Venture-Capital-Projekten. Hierbei können kleine Projekte, die technisch etwas Neues zu bieten haben Geld von einer investionsfreudigen Firma mit technischem Know-how bekommen, müssen dafür aber rund die Hälfte ihrer Firma und damit ihrer Gewinne an den Investor verkaufen. Hierzu referierte unter anderem ein Mitarbeiter von Google Inc. Danach teilte sich die Konferenz auf und hörte Vorträge zu Themen wie kommerzielle Projekte, Modellierung und parabolische Kraftwerke. Die meisten Kraftwerke im mittleren Osten, wie Shams One (Vereinigte Arabische Emirate) und Kuryamat (Ägypten) sind Kombikraftwerke, bei denen ein gewisser Anteil durch eine zusätzliche Gasfeuerung bereitgestellt werden kann. Außerdem wurde natürlich das erfolgreiche Andasol-Projekt und auch die Turmkraftwerke PS-10 und PS-20 (alle in Spanien) vorgestellt.

Am dritten Konferenztag befasste sich das Podium mit den Produktionskapazitäten der Kraftwerkskomponenten. Die Firma Flabeg konnte von einem neuen Produktionsstandort und einer Kostenreduktion bei voller Auslastung von bis zu 20 Prozent in den nächsten Jahren berichten.

Bei der Zusammenfassung am letzten Konferenztag wurde wiedergegeben, dass lineare Fresnelkollektoren auf mittlere und lange Sicht gute Chance haben, sich auf dem Markt zu etablieren, wenn sich ihre Kosten deutlich reduzieren. Bei thermischen Speichersystemen geht der Trend hin zu Kostenreduktion und einer Erhöhung der Betriebstemperatur, allerdings ist die Entwicklung heute noch nicht weit fortgeschritten. Aus dem Bereich der solaren Chemie hört man, dass in den nächsten Jahren mehr im Bereich Entsalzung und Entgiftung geforscht werden wird.

Fazit: Es ist Bewegung in den Bereich der konzentrierenden Solarthermie gekommen und die nächsten Jahre werden spannend. Nächstes Jahr findet die Konferenz in Perpignan, Frankreich, statt. Vielleicht haben wir dann die 600 Megawatt-Grenze schon geknackt.

Ann-Morla Meyer

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