Solarer Senegal

Tambacounda 2012 Team

Als der bekannte Musiker Youssou N’Dour im April dieses Jahres zum neuen Kulturminister Senegals gewählt wurde, ging die Nachricht durch Presse und Fernsehen. Doch das Land hat einen weiteren, nicht weniger spektakulären Wandel in den Regierungskreisen zu bieten. Dieser hängt aber eher mit dem Energiesektor zusammen, für den die Weltbank 85 Millionen US-Dollar an Krediten bereitstellt.

Denn die Regierung Senegals hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Hälfte der ländlichen Bevölkerung bis Ende dieses Jahres mit Strom zu versorgen. Binnen fünf Jahren sollen alle Dörfer elektrifiziert werden.

Vorzeigestadt Tambacounda

Ein Projekt, das sich mit dem Problem der Energieversorgung auseinandersetzt, findet sich in der Stadt Tambacounda. Das Unternehmen AS Solar verhalf dem ansässigen Bildungszentrum zu einer zuverlässigen und unabhängigen Stromversorgung. Die 21 notwendigen Solarmodule wurden von der Firma Solarworld gespendet.

Schon im Jahr 2010 errichteten Anwohner und Helfer der Organisation „Ingenieure ohne Grenzen“ in der Region eine Solarwasserpumpe, um die Bananenplantagen zu bewässern. So konnte der Dieselgenerator abgelöst werden.

Energie Situation im Senegal

Die Nutzung von Petroleumlampen, Batterien, Benzin- und Dieselgeneratoren ist ziemlich teuer. Zudem ist das Stromnetz von Senegal überlastet, denn die dieselbetriebenen Kraftwerke sind nicht wirklich leistungsfähig. Daraus sich ergebende, häufige Stromausfälle führten inzwischen zu Massenprotesten.

An die zwölf Millionen Senegalesen leben in dem Land. Und jährlich wächst die Einwohnerzahl um acht Prozent. Dabei sind zwei Drittel des ländlichen Raumes nicht an das Stromnetz angeschlossen.

Dezentrale Energieversorgung mit Photovoltaik

Viele Dörfer und Einzelpersonen weichen deshalb auf die Photovoltaik aus. Auch ausländische Unternehmen investieren nach und nach in die Ressource. Denn im Senegal ist Solarstrom inzwischen günstiger als Öl. Zum einen liegt das an der geographischen Lage: Nahe der Sahelzone birgt die Sonnenenergie ein großes Potential. Inzwischen verhalf der Bau kleiner Anlagen dem westafrikanischen Land zu einer Photovoltaik Leistung von 2,5 Megawatt.

Zum anderen sind die Module bezahlbar, weil die senegalesische Regierung diese mit sechs Millionen Euro fördert. Bis Ende letzten Jahres konnten in rund 80 Dörfern im Inland Solaranlagen für den alltäglichen Gebrauch installiert werden. Beispielsweise existieren in einigen Dörfern sogenannte „Solar Energie Kioske“. In diesen Modellläden kann man seine Lampen, Telefone oder Batterien aufladen lassen.

Auch wenn die Rede vom Bau eines chinesischen Kohlekraftwerks ist: Die Regierung im Senegal investiert zunehmend in erneuerbare Energienprojekte. Der Grund ist wie immer der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit vom Rohstoff Öl. Der Bau von Windfarmen mit 125 und 15 Megawatt Leistung ist in Planung. Hinzu kommt das Errichten einer Solarstation mit einer Leistung von 7,5 Megawatt. Auch die Wasserkraft soll ihren Energieteil beisteuern.

Des Weiteren ist das Unternehmen juwi im Senegal aktiv: Schon im Jahr 2010 komplettierten die Projektentwickler ein Gesundheitszentrum mit einer Solaranlage. Diese Art von System der netzfernen Energieversorgung findet mehr und mehr Anklang bei den Bewohnern. Denn mittelfristig stellt die autarke Bereitstellung von Elektrizität im Senegal die zuverlässigere Alternative dar.

Jenny Lohse

1 Kommentar