Solarenergie-Fahrradweg glänzt im Praxistest

Solarenergie Radweg
Solarenergie Radweg

Dass die Niederlande eine Nation begeisterter Fahrradfahrer ist, weiß jeder, der einmal dort war. Dementsprechend viele Radwege gibt es in unserem Nachbarland. Warum also diese Fläche nicht zu Stromerzeugung nutzen, dachten sich einige Holländer und erfanden einen Fahrradweg mit integrierten Solarmodulen. Bereits seit vergangenem Jahr laufen erste Tests mit dem Pilotprojekt. Die ersten Ergebnisse haben sogar die Erfinder überrascht.

Im vergangenen Herbst machte das niederländische Startup „SolaRoad“ weltweit mit der Nachricht auf sich aufmerksam, künftig Fahrradwege zur Stromerzeugung nutzen zu wollen (CEP berichtete). Die Idee, die dahinter steckt, ist so simpel wie genial: Straßen, die bisher nur als Transportweg dienen, sollen in Zukunft saubere Solarenergie produzieren. Die Tests mit dem ersten Solarenergie-Radweg der Welt begannen letzten Winter, also eigentlich zu Zeiten, wo weniger Solarstrom erzeugt wird als im Sommer.

Dennoch übertrafen die ersten Ergebnisse die Erwartungen der Entwickler deutlich: So seien in den ersten sechs Monaten der Testphase rund 3000 Kilowattstunden Strom auf dem nur 70 Meter langen Radweg im nordholländischen Krommenie erzeugt worden, teilte das Unternehmen mit. Das sei genug, um einen Einpersonenhaushalt ein Jahr lang mit Strom zu versorgen, sagte SolaRoad-Sprecher Sten de Wit. Umgerechnet auf ein Jahr sei demnach pro Quadratmeter Radweg 70 Kilowattstunden Leistung zu erwarten. Dieser Wert sei die maximale Obergrenze dessen, was im Labor möglich ist, sagten die Entwickler. Dieses vielversprechende Ergebnis hätte sie selbst überrascht.

Die Teststrecke besteht aus Betonmodulen, in die Solarzellen unter einer etwa einen Zentimeter dicken Schicht aus Sicherheitsglas eingebettet sind. Das Glas ist mit einer Beschichtung versehen, die die Oberfläche rutschfest machen soll. Auf einer zweiten Fahrspur wird die Eignung verschiedener Oberflächenbeschichtungen getestet. Nach Angaben von SolaRoad sind bereits mehr als 150.000 Radfahrer über das Teststück in Krommenie gefahren. Dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Radweg handele, sei nicht zu merken, so das Feedback der Testradler.

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Probleme bei den Tests machte jedoch offenbar die Oberflächenbeschichtung, die die Rutschfestigkeit gewähren und somit Unfälle verhindern soll. So habe sich Ende Dezember 2014 ein Teil dieser Beschichtung zu lösen begonnen. SolaRoad teilte mit, die Ursache dafür seien starke Temperaturschwankungen gewesen. Die Entwicklung einer verbesserten Beschichtung sei jedoch bereits in vollen Gange und werde während der insgesamt dreijährigen Testphase mit Sicherheit noch gelöst.

Trotz dieser kleinen Hindernisse ist das Pilotprojekts vielversprechend. Allein in den Niederlanden gibt es über 32.000 Kilometer an Radwegen. Das Potenzial wäre also enorm, künftig mit den Solarenergie-Radwegen einen ernsthaften Beitrag zu einer Versorgung mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien zu leisten. Die Testphase läuft noch rund zweieinhalb Jahre.

Quelle: Green Wiwo / SolaRoad

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