EuPD-Studie: Wissenslücken beim Thema Photovoltaik

Marktforschung Solarenergie
Marktforschung Solarenergie

Deutsche Hausbesitzer schätzen die Kosten und den technischen Fortschritt bei Photovoltaik-Anlagen falsch ein und sind noch immer auf dem Wissensstand von 2011. So das Ergebnis der aktuellen Endkundenstudie des Bonner Marktforschungsinstituts EuPD Research, deren Ergebnisse unter dem Titel „Photovoltaik von vorgestern“ zusammengefasst wurden.

Die Befragten verschätzten sich bei Photovoltaik-Systempreisen etwa um den Faktor 1,7 – und liegen damit beim Preisniveau von vor vier Jahren. Im Mittel schätzten die Studienteilnehmer die Kosten auf 2491 €/kWp. Diesen Wert verglich das Marktforschungsinstitut  mit den Daten von Installateuren, die für den Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) erhoben wurden. Eine Photovoltaik-Kleinanlage kostet demnach tatsächlich im Schnitt nur 1500 €/kWp. Der Schätzpreis liegt damit beim 1,66-fachen des tatsächlichen Preises.

Auch beim Thema Rendite zeigten sich laut EuPD erhebliche Wissenslücken. Dass durch den Eigenverbrauch des erzeugten Stroms heutzutage noch Renditen erwirtschaftet werden können, die deutlich über dem aktuellen Zinsniveau liegen, ist einem großen Teil der Befragten nicht bekannt. Je nach Befragtengruppe vermuteten bis zu 70 Prozent der Teilnehmer, dass Photovoltaik keine Rendite mehr abwirft. Teilweise ist den Befragten nicht einmal bekannt, dass der Eigenverbrauch des PV-Stroms überhaupt möglich ist.

Zudem geht auch nur etwa ein Viertel der Befragten von einer realistischen Installationsdauer aus. Viele Hausbesitzer vermuteten, dass es sieben Tage oder länger dauert, um eine Photovoltaik-Anlage auf einem Hausdach anzubringen. Themen wie die Haltbarkeit der Module und deren Entsorgung, wurden von den Befragten ebenfalls als Unklarheiten genannt.

Dabei ist den Studienteilnehmern ihr mangelndes Wissen mitunter durchaus bewusst. Den Befragten, die beim Thema PV noch unentschlossen sind, würden bessere und transparentere Informationen laut eigenen Angaben bei der Entscheidungsfindung mehr helfen, als günstigere Anlagenpreise. Die Mehrheit der Befragten wünscht sich außerdem, stärker über Photovoltaik informiert zu werden. Dabei sind Energieversorger und Handwerker die gefragtesten Quellen.

„Besonders deutlich hat sich gezeigt, dass die Hausbesitzer die vermutet hohen Anschaffungskosten für eine PV-Anlage scheuen. Daraus ergibt sich auch, dass vielen die Amortisationsdauer zu lange ist. Es handelt sich also hier um ein Wahrnehmungsproblem, da die Scheu vor der Anschaffung auf den deutlich überschätzten Systempreisen beruht“, erläutert Inga Batton, Associate Research Analyst bei EuPD Research.

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Die Studie mit dem Titel „Endkundenbefragung Photovoltaik 2015“ wurde in zwei Befragungsphasen durchgeführt. Die Ergebnisse enthalten qualitative Auswertungen von Tiefeninterviews sowie quantitative Analysen, bei denen 500 Hausbesitzer nach ihrer jeweiligen Einstellung zu PV unterschieden und spezifisch ausgewertet wurden. Neben den Gründen für die Zurückhaltung der Hausbesitzer bei der Anschaffung von PV-Anlagen, bietet die Ergebnisauswertung laut EuPD auch Informationen zu geeigneten Kommunikationskanälen und -inhalten für eine bessere Aufklärung. Ansprechpartnerin für Rückfragen ist Inga Batton unter: i.batton(at)eupd-research.com

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