Solarenergie aus dem Koffer

Forty2

Die Zahl 42 ist in Douglas Adams‘ Science-Fiction-Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis“ die Antwort des Supercomputers „Deep Thought“ auf die Frage aller Fragen „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“. Eine derart ultimative Wahrheit kann die auf den Namen Forty2 getaufte aufklappbare All-in-One-Solaranlage von Brian Gramm und seinem Team von Peppermint Energy zwar leider nicht bieten, aber die Erfindung klingt fast zu gut um wahr zu sein und hat auf jeden Fall großes Potential, einen Beitrag zur Zukunft der Energieversorgung zu leisten.

Wie schon so manche gute Idee wurde auch der Solarkoffer vorab von diversen Kritikern als „unmöglich umsetzbar“ bezeichnet. Nun hat es wohl doch geklappt und wieder wäre die Welt um eine Innovation ärmer, wenn die Negativstimmen das Projekt bereits in den Kinderschuhen gestoppt hätte. Auf (zusammen geklappt) gerade einmal 60 mal 90 Zentimetern kombiniert der Forty2 nun alles, was eine komplette Solaranlage ausmacht: Paneele, Akku und Steuerung sind in dem aufklappbaren und äußerst stylishen Gehäuse integriert und können laut seinen Erfindern somit problemlos auch von zwölfjährigen Kindern transportiert werden.

Die aufklappbare Solaranlage erzeugt dabei genug Energie, um beispielsweise eine ganze Menge LED-Lampen, mehrere Laptops, Mobiltelefone oder einen großen Fernseher zu betreiben. Ein 500 Wattstunden starker Akku wird dafür von 180 bis 200 Watt starken Solarpaneelen mit Solarstrom versorgt und drei Ausgänge bieten Anschlussmöglichkeiten für Gleichstromgeräte jeglicher Art. Das integrierte Kontrollmodul überwacht dabei, ob die erzeugte Solarenergie für den Betrieb der angeschlossenen Geräte ausreicht und speist bei Bedarf Strom aus dem Akku zu. Hängen keine Geräte an den Anschlüssen des Forty2 wird der Akku mit der gewonnenen Energie geladen, es besteht auch die Möglichkeit den Ladevorgang über das normale Stromnetz durchzuführen.

Neben dem Einsatz beim Camping oder anderen Outdooraktivitäten schwebt den Erfindern der All-in-One-Solaranlage auch der flächendeckende Einsatz in Entwicklungsländern vor. Dort könnte der Forty2 komplett unabhängig vom örtlichen Stromnetz unter anderem Trinkwasser sterilisieren, für Beleuchtung sorgen oder Nahrungsmittel kühlen. Auch nach Naturkatastrophen könnte der Solarkoffer für die Stromversorgung medizinischer Geräte verwendet werden. Und das alles völlig emissionsfrei und somit klimafreundlich.

Noch ist die aufklappbare Solaranlage Forty2 zwar nicht im Handel erhältlich, aber auf der dazu gehörigen Webseite von Peppermint Energy können schon Vorbestellungen abgegeben werden. Um ihr Projekt zum Laufen zu bringen, griffen die Köpfe hinter dem Solarkoffer übrigens mit großem Erfolg auf die Hilfe der beliebten Fundraising-Plattform Kickstarter zurück. Das für die Herstellung der ersten 250 Stück angepeilte Budget von 25.000 US-Dollar wurde von insgesamt über 280 Unterstützern mit insgesamt über 83.000 US-Dollar mehr als verdreifacht. Bleibt zu hoffen, dass Forty2 tatsächlich demnächst in größeren Stückzahlen hergestellt wird.

Matthias Schaffer

1 Kommentar

  • Für die genannten 100$ würd ich mir sofort einen ins Fenster stellen… Bei Profitgeiern wie einem Hersteller mit einem Apfelsymbol würde sich der Preis allerdings mindestens auf nahezu untragbare Beträge versechs- bzw. verzehnfachen. Ich hoffe das ist hier anders, sonst ist der gute Wille nichts mehr Wert!