Solare Frauenpower in Afrika

Frauenpower Afrika

Die Zahl der in Afrika installierten Photovoltaikmodule steigt rasant. Dass dies auch auf nachhaltige Weise geschehen kann, zeigt ein Pilotprojekt namens ‚Charge-up Ghana‘ seit diesem Januar. Hier geht es vor allem um die Einbindung der Frauen, denen mit einer Ausbildung ein zukünftiges Einkommen ermöglicht wird. Mit ihrem Projekt unterstützt die junge Inititative ‚Social Venture Africa‘ die Frauen beim Aufbau eines kleinen Unternehmens für preiswerte Solargeräte.

Eine der Gründerinnen dieser Graswurzelbewegung ist Cristiana Benedetti Fasil. Sie sieht Potential in solarbetriebenen Ladegeräten für Handys, vor allem in den ländlichen Regionen Ghanas. Denn viele Bewohner des Landes besitzen ein Mobiltelefon. Die Aufladestationen sind jedoch kostspielig und weit von Dörfern entfernt, die keinen Stromanschluss besitzen.

Des Weiteren geht es um die lokale Herstellung der Solargeräte. Denn wenn neben Produktion und Vertrieb auch die Nutzung vor Ort stattfindet, erhöht sich die lokale Produktivität. Zusätzlich werden Materialien wie Holz für Modulrahmen und Glas aus lokalen Werkstätten besorgt. Ausrangierte Photovoltaikmodule aus Europa kommen recycelt wieder zum Einsatz.

  • Solarenergie in Afrika:
  • Einer Studie des Joint Research Centre zufolge entpuppte sich die Photovoltaik im Jahr 2012 als preiswerteste Energiequelle für 34 Prozent der afrikanischen Bevölkerung. Und Recherchen von Frost und Sullivan zeigen auf, dass der ganze Kontinent bis zum Jahr 2020 günstiger mit Solarstrom versorgt werden könnte.

 

Aufgabenteilung dank lokaler Organisation

Cristiana Benedetti Fasil begann mit dem Projekt, nachdem sie im Jahr 2012 bei der Organisation ‚Village Exchange Ghana‘ (VEG) als Freiwillige deren Arbeit, Land und Leute kennenlernte. Nun kooperiert sie mit VEG, um ‚Charge-up Ghana‘ voranzubringen. Die Institution VEG bildet Frauen unter anderem zu Elektrikerinnen aus und bietet damit die passenden Bedingungen für das Training der Solargeräteherstellung.

Außerdem gibt es noch eine dritte Partei, die sich an dem Projekt beteiligt: ‚Know your planet‘ nennt sich die Organisation und kümmert sich um die Inhalte des Solar Power Workshops. In dem zweiwöchigen Seminar wird den vorerst acht Teilnehmerinnen nicht nur theoretisches Wissen zur Photovoltaik näher gebracht. Nach ein paar Tagen Theorie folgt der spannende Teil, in dem die Frauen lernen, wie Solarmodul-Apparaturen gebaut werden.

Für die erste Phase des Pilotprojektes, die wahrscheinlich bis März dieses Jahres andauert, ist die Produktion sowie der Vertrieb von 200 solarbetriebenen Handyaufladegeräten vorgesehen. Ab April 2014 wird der bisherige Verlauf evaluiert und eventuell gibt es daraufhin grünes Licht für die Herstellung neuer Geräte.

PV-Lampen der Solar Sisters

Auf eine ähnliche Idee kam auch Katherine Lucey. Im Jahr 2009 gründete sie in Uganda das sozial nachhaltige Unternehmen ‚Solar Sister‘. Sie lässt Frauen für den Betrieb und das Marketing von Solarlampen ausbilden. Auf diese Weise unterstützt die ehemalige Investmentbankerin die Frauen beim Aufbau kleiner Solarunternehmen.

Das Konzept basiert auf dem MicroConsignment Modell: Im Gegensatz zu Mikrokrediten werden den Unternehmerinnen Ausbildung und Solarlampen umsonst zur Verfügung gestellt. Später, wenn diese die Geräte verkaufen konnten, zahlen sie den Betrag für die bereitgestellten Lampen an Solar Sister zurück. Den erwirtschafteten Gewinn können die Frauen für eine Neuinvestition in Solarlampen und private Ausgaben nutzen.

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Inzwischen existieren schon 171 Solar Sister Unternehmerinnen in Uganda, Ruanda und im Südsudan. Anders ausgedrückt konnten somit schon mehr als 31.000 Menschen mit Solarenergie versorgt werden.

Solar Sister wurde als Antwort auf den Wunsch nach Licht, Hoffnung und einer Zukunft gegründet. Inzwischen hat sich die Graswurzelbewegung in eine sonnige Revolution verwandelt. Es spricht vieles dafür, dass es der Initiative ‚Social Venture Africa‘ genauso ergeht.

 

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