Solardiebe immer dreister

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Der Diebstahl von Solarmodulen und Wechselrichtern scheint sich für Diebe zu einem lukrativen Gewerbe entwickelt zu haben. Immer öfter steht die Polizei dem Solarklau machtlos gegenüber – gerade in der Urlaubszeit. Was sich in den vergangenen Jahren vielfach auf Gewerbegebiete, Baustellen und freistehende Viehställe beschränkt hatte, weitet sich mehr und mehr auch auf Wohngebiete aus. Dabei werden die Diebe immer dreister und machen sich sogar am helllichten Tag an den wertvollen Anlagen zu schaffen.

Dreistigkeit siegt

Aufgrund der dreisten Vorgehensweise ist es für die Polizei, aber auch für die benachbarten Anwohner, meistens schwer, den Dieben rechtzeitig auf die Schliche zu kommen. Dreistigkeit scheint hier zu siegen, denn die Trupps rollen bestens ausgerüstet mit Kleintransporter oder Lkw an und demontieren die Solaranlagen. Gerade am helllichten Tag erwecken sie mit ihrer „Arbeit“ kaum Aufmerksamkeit. Die Tarnung ist perfekt, zumal die Transportmittel den übrigen Anwohnern nicht selten mit gefakten Firmenlabeln eine solare Montagefirma vorgaukeln. Kommen die geschädigten Solarbesitzer dann, zum Beispiel aus dem Urlaub, zurück, sind die Diebe längst über alle Berge. In Solarparks und landwirtschaftlichen Stallungen fällt diese Vorgehensweise noch weniger auf, da sie sich oftmals außerhalb von Wohngebieten befinden und sich niemand etwas dabei denkt, wenn eine „Solarfirma“ dort an den Modulen herumschraubt. Entsprechend gering ist die Aufklärungsrate solcher dreisten Diebstähle. Die Schäden für den Anlagenbetreiber gehen dabei schnell in fünfstellige Bereiche, eine spezielle Versicherung schützt – zwar nicht vor dem Diebstahl – zumindest aber vor den hohen finanziellen Verlusten.

Solaranlagen gezielt vor Dieben schützen

Nicht nur der Diebstahl von Modulen und Wechselrichtern zieht einen erheblichen finanziellen Schaden für den Anlagenbetreiber nach sich, auch die mitunter rabiate Vorgehensweise der Diebestrupps macht Ärger. Damit der Diebstahl nicht als solcher sofort erkennbar ist, werden oft nur Teile der Anlagen gestohlen. Von einer fachmännischen Demontage kann man dabei dann allerdings nicht sprechen, denn gerne werden die Stecker nicht getrennt, sondern einfach per Schneider gekappt. Neben dem Verlust der Module sind dann auch noch aufwändige Reparaturen der Verkabelung für den Geschädigten die Folge. Um den Dieben die Arbeit zu erschweren, raten Experten daher zu einer speziellen Sicherungen der Solarmodule. Montagesystem- und Schraubenhersteller bieten hierzu zahlreiche Lösungen an, bei denen sich Inverter und Module nur mit Spezialwerkzeugen demontieren lassen. Auch Wechselrichterhersteller setzen auf Diebstahlschutz und konstruieren ihre Geräte so, dass sie sich via Vorhängeschloss am Montagehalter sichern lassen.

Verhindern lässt sich ein Diebstahl durch diese Maßnahmen zwar nicht, doch den Dieben wird das Klauen deutlich erschwert. Schließlich steigt mit jeder Minute, die Diebesbanden sich länger an den Anlagen zu Schaffen machen die Chance, entdeckt zu werden. Eine weitere effektive Möglichkeit des Diebstahlschutzes von Solaranlagen sind zudem Reiß- oder Alarmdrähte. Die bei der Montage jedes Moduls durch den Rahmen geführten Drähte lösen beim Durchtrennen oder bei einem Überbrückungsversuch Alarm aus. Einen kleinen Nachteil genießen diese Alarmsysteme jedoch: Sollte ein defektes Modul einmal ausgetauscht werden müssen, so muss der Draht komplett neu verlegt werden, überbrücken lässt er sich ja nicht.

Judith Schomaker

1 Kommentar

  • Das ist ja echt krass. Bisher kannte ich nur die bekannten Fälle von Kupferdiebstahl wegen den hohen Rohstoffpreisen. Gerade diese Masche mit der gefakten Solarfirma ist ja schon hochkriminell, das muss doch irgendwie aufzudecken sein wenn ein solches Fahrzeug einmal gesehen wurde.