Solarbundesliga

Nicht nur im Fußball gibt es eine Bundesliga. Seit 2001 treten auch Städte in einen Wettstreit. Ziel ist hierbei aber nicht die Torbilanz, sondern wer am Ende der Saison die meiste regenerative Energie mittels Solartechnik erzeugt hat.

Meister der vergangenen Saison 2008/2009 ist ein kleiner Ort in Schleswig Holstein, ein Ort, der erst im Jahr 2008 in Solarenergie investierte und die Gemeinde mit einer pro Kopferzeugung bei 6,5 Kilowatt zum Sieg führte.

Damit geht der „Pokal“ erstmals nach Jahren an eine Nordmannschaft, dominierte doch in den letzten Jahren der Süden, mit Bayern im vorderen Feld. Fairerweise muss gesagt werden, dass ein Ort wie Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog mit wenigen Hundert Einwohnern bei einer Einigkeit unter den Bürger sehr schnell auf einen Spitzenplatz gelangen kann. Natürlich ist auch die Solar-Liga in „Gewichtsklassen“ eingeteilt und nur gleiche Größenordnungen werden miteinander verglichen. Unterschieden wird nach Klein-, Mittel- und Großstädten und Kleinstgemeinden. Die von der Zeitschrift „Solarthemen“ in Kooperation mit der Deutschen Umwelthilfe ins Leben gerufene Initiative ist ein Schritt in die energetisch richtige Richtung und findet immer mehr Mitspieler. Zum diesjährigen Saisonende waren es bereits 1.387 Städte und Gemeinden.

Schöner Nebeneffekt dieses Wettbewerbes ist die Anerkennung kleiner Orte, der gleichzeitig auch Anreiz für andere Gemeinden schafft, auch mal auf dem „Siegertreppchen“ zu stehen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass gerade in der Stadt, in der in diesem Jahr die Siegerehrung der Solarbundesliga erfolgte, sich eine Bürgerinitiative gegen Solarenergie formiert hat. Die Stadt Bürstadt plant eine Lärmschutzwand zu einem neuen Wohngebiet und will diese mit Solarwänden kombinieren, eigentlich eine hervorragende Doppelnutzung. Anwohner fürchten jetzt eine höhere Belastung durch Blendung, Aufheizung ihrer Häuser und verstärkten Elektrosmog und haben gegen das Vorhaben Klage erhoben. Laut Untersuchungen der Berliner Solarpraxis AG, die Gutachten für die Planung von Solaranlagen ausstellt, sind die Befürchtungen aber unbegründet.

Ludger Schomaker

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