Solarautos im Wettbewerb

Die Idee, Fahrzeuge mit Photovoltaik zu betreiben, ist nicht so neu wie man denken mag. Schon im Jahr 1958 gab es solch ein Gefährt. In der Schweiz fand dann 1985 die erste Solar-Rallye statt, die Tour de Sol.

Weltweit erlangen derartige Rennen inzwischen Beachtung. Auch die USA ist mit dem Formula Sun Grand Prix jedes Jahr dabei. Seit dem Jahr 2000 treten hier Photovoltaikautos gegeneinander an. Ab heute geht es für zwölf Teilnehmer auf die offizielle Formel 1 Strecke in Texas. Der ‚Circuit of the Americas‘ ist für drei Tage das erste Mal der Austragungsort des Rennens und deshalb besonders im Fokus der Öffentlichkeit.

Die Rallye ist eine kleine Version der American Solar Challenge, die seit 1990 in den USA stattfindet und durch die Bundesstaaten sowie Kanada führt.

Formula Sun Grand Prix lässt Studenten tüfteln

Wie jedes Jahr wird für die Teilnehmer das Bremsen, Beschleunigen und Fahren der Kurven auf der Strecke eine Herausforderung sein. Vergleichbar mit der Formel 1 müssen sich die Teilnehmer bei der Inspektion oder den Reparaturen beeilen, da sonst wertvolle Fahrzeit verloren geht. Und das Wetter kann den Photovoltaikmodulen einen Strich durch die Rechnung machen – auch, wenn Texas an sich eine ideale Sonneneinstrahlung bietet.

Am Rennen sind vor allem Studenten beteiligt, die sich mit Energiemanagement beschäftigen. Das University of Texas at Austin Solar Vehicles Team (UTSVT) ist Gastgeber der Veranstaltung. Ihr Auto nennt sich TexSun und besticht durch das größte Solarfeld aller Teilnehmerfahrzeuge. Dabei ist der Platz für die Photovoltaikmodule knapp bemessen: Die Autofläche lässt höchstens eine Leistung von 1.200 bis 1.300 Watt zu. Davon kann das Fahrzeug am Ende aber nur rund 800 Watt wirklich nutzen.

Auf diese Weise sollen pro Stunde rund 50 Kilometer bewältigt werden. Um das Solarauto auch beschleunigen zu können, sind die Fahrzeuge mit aufladbaren Batterien ausgestattet. Diese Maßnahme ist natürlich auch für bewölkte Stunden recht sinnvoll. Außer durch die PV-Module selbst darf die Batterie während des Rennens nicht aufgeladen werden.

Wie die meisten Teilnehmerautos fährt TexSun nur auf drei Rädern. Ganz nach den Prinzpien der Aerodynamik. Um eine hohe Geschwindigkeit zu gewährleisten, ist das Fahrzeug nur für eine Person vorgesehen. Desweiteren wurde bei Materialien wie Kabeln und Gehäuse auf ein geringes Gewicht geachtet.

Solarauto auf Weltreise

Auch hierzulande haben die Studenten die Nase vorn, wenn es um Solarmobilität geht. Studierende der Hochschule Bochum ließen ihr selbst entwickeltes Solarauto im Jahr 2011 auf Reisen gehen. Inzwischen hat das SolarWorld GT als erstes Photovoltaik betriebenes Vehikel die Welt umrundet. Und das Auto ist sogar mit zwei Sitzen ausgestattet. Die Gesamtleistung des Solargenerators beträgt 823 Watt. In 414 Tagen legte das umweltfreundliche Gefährt an die 29.000 Kilometer zurück.

Solarautos sind zwar nicht die schnellsten Fortbewegungsmittel, dafür beschleunigen sie den Übergang in ein Zeitalter, das weniger vom Öl abhängig ist.

Jenny Lohse

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