Repowering-PV fördert Solarstrom für Entwicklungsländer

Installation einer Inselanlage in Nigeria

Wer als Solarpionier bereits zu Beginn dieses Jahrhunderts sein Dach mit Photovoltaikpaneelen bestückte, profitiert seither über 20 Jahre hinweg von einer, im Vergleich zu heute, relativ hohen Einspeisevergütung von 50 Cent pro Kilowattstunde und mehr. Auf der anderen Seite war die Anlagentechnik vor zehn Jahren noch längst nicht ausgereift. Neuanlagen bringen inzwischen bis zu 40 Prozent mehr Leistung auf gleicher Fläche.

Die im schwäbischen Baienfurt ansässige soltechnics GmbH ermöglicht es ambitionierten Solarpionieren nun, ihre Altanlagen durch hoch entwickelte Neuanlagen zu ersetzen und bietet die gebrauchten Anlagen über Vertriebspartner in Entwicklungsländern zu günstigen Preisen an.

Der Clou beim „Repowern“ der PV-Anlage ist, dass sich zwar die Einspeisevergütung am Leistungsvolumen des bestehenden Vertrags orientiert. Der Ertrag aus dem Leistungsplus wird aber über einen neuen Vertrag abgerechnet – beispielsweise nach der neuen Eigenverbrauchsregel. Dadurch, sowie aufgrund der derzeit günstigen Anlagenpreise, werde sich, laut soltechnics, der Austausch der Altanlage durch eine neue, effizientere in nur wenigen Jahren amortisieren. Außerdem verspräche die moderne, weniger anfällige Anlagentechnik eine erhebliche Laufzeitverlängerung für die Solarkraftwerke.

Die über das so genannte „Chance New Energy Repowering“-System des Solarinstallations-Unternehmens in Zahlung genommenen Altmodule werden einem Leistungscheck unterzogen. Fehlerhafte Module werden aussortiert und über PV Cycle der Wertstoffrückgewinnung zugeführt. Die gebrauchstüchtigen Module werden mit zusätzlichen Anlagenkomponenten ausgestattet und über Vertriebspartner der soltechnics GmbH in Entwicklungsländern zu günstigen Preisen als Inselsysteme angeboten. Dadurch wird Solarenergie auch für die ärmsten Regionen der Welt eine attraktive Alternative zu Dieselgeneratoren.

Während soltechnics sein Projektvolumen in Entwicklungsländern für 2011 noch zurückhaltend auf 200 bis 500 Kilowattpeak schätzt, hält das Unternehmen eine Steigerung von jeweils 500 Prozent in jedem der nächsten drei Jahre für sehr realistisch.

Corinna Lang

4 Bemerkungen

  • Entschuldigung wenn man das so sagen muss, aber dieses “Projekt” ist eine Abzocke unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe.

    Wenn ich eine alte Anlage die noch läuft vor Ablauf der EEG-Vergütung durch eine neue gleicher Leistung aber weniger Module (wegen höhere Leistung pro Modul) ersetze, bringt es mir gar nichts, sondern reduziert nur meine Rendite weil ich bereits rentable und damit Gewinnbringende oder auch noch nicht rentable und damit eigentlich noch abzuschreibende Anlagen durch Aufwendung von Kosten ersetze.
    Der Rest der Anlage, der höhere Leistung bringt aber nach neuem EEG vergütet wird, ist nichts weiter als eine Erweiterung der bestehenden Anlage.

    Dass das Projekt die alten Anlagen “abnimmt” und weiterverkauft, wenn auch zu geringen Preisen, ist fast schon Betrug, hier will jemand an Anlagen verdienen die eigentlich noch Gewinn erwirtschaften sollten. Nach EEG werden die Anlagen später sowieso nicht mehr vergütet, weil sie ja ersetzt wurden, eine Auslandsförderung gibt es für Altanlagen auch nicht. Schlimmer noch, alte Solarmodule verlieren an Leistung, ob das beim Verkauf in Entwicklungsländern angegeben wird?!

    Wer wird also so etwas machen – jemand dessen Anlage über die Jahre schlechter geworden ist, was im Endeffekt eine teuer finanzierte Abwrackung recyclingpflichtigen Elektroschrotts wäre.
    Oder Leute die ein übermäßig großes Bedürfnis für Entwicklungshilfe haben – die täten besser daran direkt in Solarprojekte für Entwicklungsländer zu investieren, als einer hier ansässigen Firma noch zu Profit zu verhelfen.
    Oder Leute die ihre Dachflächen ausgereizt haben und sich von besseren Modulen einen höheren Ertrag erhoffen. Die sollten vielleicht besser mal den Nachbarn fragen ob sein Dach zur Verfügung steht.

    (…)

  • Sehr geehrte/r Dee Energie

    Na, Sie feuern ja gleich eine volle Breitseite ab, (…) Aber lassen Sie mich den Faden dort aufgreifen wo Sie eine berechtigte Frage stellen (wenn Sie auch nur rhetorisch verwendet wurde): Wer wird also so etwas machen?

    Um nur zwei von vielen Beispielen zu nennen: Anlagenbetreiber, die bplw. 2001 bereits ihre Anlage in Betrieb nahmen und im Jahr 2012 ihr Dach sanieren (sprich: dämmen) oder ausbauen wollen. Dabei werden die Module demontiert und der Anlagenbetreiber fragt sich berechtigt: Warum nicht gleich neue Module mit mehr Leistung aufs Dach und die zusätzlich erzielte Leistung zum Eigenverbrauch nehmen? Ein anderer befindet sich vielleicht mit seinem Modullieferanten im Clinch, weil der nicht auf seine Reklamation wg. Leistungsminderung eingehen will. Hier bietet sich Repowering an! Den Rechtsstreit kann er ja fortsetzen oder einstellen. Da beim Repowering jedes zurücklaufende Modul elektrisch neu vermessen und mit einem Flashprotokoll gelabelt wird, erleidet keiner der Beteiligten einen Nachteil wg. Intransparenz.

    Völlig unklar bleibt Ihre Aggression gegen den Einsatz der „geprüften Gebrauchten“ in Entwicklungsländern. Was beim Windenergie-Repowering gilt, soll also bei Photovoltaik nicht gelten? Die Logik, ein noch lange verwendbares Gut wegzuschmeißen oder zu recyclen, anstatt es upzugraden und erneut einzusetzen, leuchtet mir nicht ein. Was soll dagegen einzuwenden sein, wenn ein Anlagenbetreiber bestrebt ist seine Betriebsmittel auf dem Stand der Technik zu halten? (…)

    Mit sonnigen Grüßen

    Claus Scheuber

  • Liebe Leser,

    wir freuen uns immer über angeregte Diskussionen zu Beiträgen. Sollten diese allerdings hauptsächlich in persönliche Dispute übergehen, können wir diese auf dieser Plattform leider nicht veröffentlichen.

    Die Redaktion

  • Ein wirklich interessanter Artikel!

    Jedoch werden gebrauchte Photovoltaikmodule und Wechselrichter aus dem Repowering auch für heimische Photovoltaikanlagen benötigt. Mit unserem PV Zweitmarkt http://www.secondsol.de/ tragen wir schon heute zur Versorgung mit wichtigen Ersatzteilen bei, da es erste Hersteller bereits nicht mehr gibt und die meisten Hersteller älter Produkte nicht mehr liefern können!

    Damit wir in Zukunft Besitzer von PV Anlagen mit Ersatzeilen und Organisationen wie die Biohaus Stiftung mit gebrauchten Solarmodulen und Invertern unterstüzen können, stehen uns Repowering Profis wie ENVARIS (http://www.envaris.de/) mit Rat und Tat zur Seite.

    Beste Grüße
    Das SecondSol-Team

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