Sonniger Start ins Jahr: Plus von 40 Prozent Solarstrom in Deutschland

PV-Installation

Die deutsche Photovoltaikindustrie schwang sich die letzten drei Monate noch einmal auf und drückte die Höhe der installierten Leistung kräftig nach oben.

Schuld daran war wohl auch die angekündigte Kürzung der Solarförderung. Eigentlich war der Schnitt ab dem 9. März vorgesehen, wurde durch den großen Protest der Länder und Opposition aber auf den 1. April hinaus geschoben. Den Aufschub nutzten noch viele Bürger, um den finanziellen Vorteil auszukosten.

Der Bundesverband der Solarwirtschaft gab jetzt bekannt, dass im ersten Quartal des Jahres 2012 in Deutschland eine Steigerung der Photovoltaikstromproduktion zu verbuchen war. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres erhöhte sich die Umwandlung von Sonnenenergie in Elektrizität damit um 40 Prozent. Theoretisch können diese 3,9 Milliarden Kilowattstunden rund vier Millionen Haushalte mit Energie versorgen.

Die Stromerzeugung aus den Solaranlagen Deutschlands betrug im letzten Jahr 18.500 Gigawattstunden.

Beweggründe für Vergütungskürzung

Mit der Kürzung der Förderung folgt die Bundesregierung ihren Vorgaben, wie viel Photovoltaik Leistung pro Jahr installiert werden soll. Wenn weniger als geplant eingespeist wird, soll die Branche mehr unterstützt werden. Sind zu viele Anlagen ans Netz angeschlossen, behält sie sich die Möglichkeit vor, den Solardächerandrang zu bremsen.

Die Leistung der Solarmodule wird immer erschwinglicher. Schon für 1.500 Euro ist es möglich, ein Kilowatt zu installieren. Das Angebot an Solarmodulen ist momentan viel größer als die Nachfrage. Auch aus diesem Grund erhöhte sich in Deutschland die Errichtung der Photovoltaikanlagen und deren Anzahl schoss über das von der Regierung vorgegebene Ziel hinaus.

Im diesem Jahr sollen nur noch 2.500 bis 3.500 Megawatt zusätzlich installiert werden. Ab dem Jahr 2014 wünscht sich die Regierung beim Errichten der Solardächer eine Drosselung um 400 Megawatt jährlich. Noch im letzten Jahr wurden in Deutschland Solaranlagen mit einer Leistung von 7.500 Megawatt installiert. Dabei betrug die gesamt installierte Photovoltaikleistung 24.800 Megawatt.

Debatte über Neuregelungen für Solarförderung noch nicht vorbei

Die neue Regelung sieht vor, ab 2013 nur noch 80 Prozent für die neuen Module zu vergüten. Zudem geht die Förderung nach den neuen Maßstäben nun monatlich um ein Prozent zurück, wenn es sich um eine Anlage handelt, die nach dem ersten April installiert wurde. Als entscheidenden Beweggrund für eine Änderung nennt die Regierung die Mehrkosten der Verbraucher, die für die Vergütung durch die Umlage aufkommen. Doch einen großen Unterschied werden wir nicht erkennen, da nur an die 50 Cent im Monat und je Haushalt eingespart werden.

Dass in der Solarbranche noch auf ein Entgegenkommen gehofft wird, liegt an den Ländern: Am 11. Mai wird sich der Bundesrat zur neuen Regelung äußern und könnte die Reform damit hinaus zögern.

Jenny Lohse

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