Qualität vor Preis

Foto: shutterstock

Mit dem enormen Wachstum aus dem Vorjahr wir die Solarbranche in 2011 wohl kaum noch mithalten können. Dennoch wird auch das Jahr 2011 ein Wachstumsmarkt für die Solarbranche. Die Veränderungen im Energiebereich, die noch vor Fukushima für finanziell kaum durchführbar galten, tragen ebenfalls ihren Teil zum Wachstum der Photovoltaik bei.

Der Bedarf, innovative Lösungen aufzutun und dabei die große Herausforderung der Kostensenkung mit einzuschließen, ist nach wie vor ungebrochen. Dennoch zeigt sich ein deutlicher Trend zu einem vermehrten Blick auf die Qualität! Zahlreiche Hersteller versuchen schon jetzt mit verstärkten Qualitätsmerkmalen zu punkten und dem Kunden damit ein deutliches Mehr an

Service zu bieten. Längst verkaufen sich photovoltaische Bauteile nicht mehr ausschließlich über den Preis. Das Motto „Hauptsache billig“ scheint damit der Vergangenheit anzugehören. Ein Trend, der sich schon im letzten Jahr abzeichnete.

Vor allem nach der Einführung des Ammoniaktests, der von Schott Solar in Zusammenarbeit mit der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft e.V. (DLG) Ende des Jahres 2009 ins Leben gerufen wurde, zogen immer mehr Modulhersteller nach. Ammoniaktests für Module, die auch zum Einsatz in der Landwirtschaft vorgesehen sind, gehören mittlerweile zum Standard. Kein Wunder, bescheinigt er den Modulen doch, dass die höheren Belastungen auf landwirtschaftlichen Gebäuden ihnen in Bezug auf die Degradation nichts anhaben können.

Obschon der Preis für Module und Co. bis zu einer gewissen Schwelle nicht mehr weiter sinken kann, so bieten sich doch gerade im Qualitätsbereich noch etliche Ausbaureserven an. Nur Qualitätsmodule können über einen sehr langen Zeitraum entsprechend hohe Erträge bringen. Ein anfänglich höherer Kostenaufwand amortisiert sich damit über die gesamte Nutzungsdauer der Anlage hinweg. Bei Billigmodulen, wo der Preis über die Qualität gestellt wird, relativieren sich die anfänglichen Einsparungen hingegen recht schnell. Zwar wurde hier bei den Investitionskosten der eine oder andere Euro gespart, spätestens nach einigen Jahren Betriebszeit rächt sich dieses Sparargument dann doch sehr schnell.

Und nicht zuletzt ist es die Effizienz, die ein deutliches Verkaufsargument für Photovoltaikanlagen darstellen wird. Um die Position als Technologieführer auch weiterhin halten zu können, müssen deutschen Hersteller künftig noch stärker in Forschung und Entwicklung investieren. Ein Drahtseilakt angesichts des weltweit steigenden Wettbewerbs und der sich nach unten bewegenden Preisspirale. Qualität hat dabei ihren Preis und das wird vermehrt auch von investitionsfreudigen Anlagenbetreibern gesehen. Der Photovoltaikmarkt mit Renditen von fünf bis acht Prozent auf eine Laufzeit von 20 Jahren gesehen, ist und bleibt dabei ein nach wie vor attraktives Terrain für Anleger – auch, wenn die Preise nicht sinken.

Judith Schomaker

Add comment