Mobisol – Solarstrom für Alle

Mobisol Zentrale in Ruanda

Dass die Solartechnologien, speziell die Photovoltaik, eine riesige Chance gerade auch für Entwicklungsländer sind, ist keine neue Erkenntnis. Sonneneinstrahlung ist in vielen der Länder ohnehin im Überfluss vorhanden. Die Anlagen funktionieren autark, ein Stromnetz muss nicht vorhanden sein. Und sind die Anlagen erst einmal installiert, gibt es den Strom quasi gratis.

Doch auch für die Solartechnologie bleiben die Anschaffungskosten. Viele Schulen, Krankenhäuser und sonstige öffentliche Gebäude können nur damit ausgestattet werden, weil die Finanzierung über internationale Spenden läuft. So bleibt die solare Energienutzung in Entwicklungsländern weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Insbesondere für viele Privathaushalte ist die Anfangsinvestition einer Photovoltaikanlage oftmals nicht zu stemmen.

Hier setzt das Berliner Social Business Mobisol an. Es bietet kleine Photovoltaikanlagen für Privathaushalte an. Zwar müssen diese ihre neue Anlage selbst finanzieren, doch erfolgt dies nach und nach in kleinen Raten. Dieser Zahlungsmodus ist vorgegeben und damit Teil des Projekts. Gezahlt wird monatlich über drei Jahre hinweg. Dass viele einkommensschwache Familien gar kein Bankkonto besitzen, wird ebenfalls berücksichtigt. Die Ratenzahlungen erfolgen daher via Mobiltelefon – ein vor allem in Afrika weit verbreitetes System, da auch dort relativ viele Menschen ein Handy besitzen. Das System nennt sich M-Pesa und ermöglicht eine Überweisung per Handy-SMS. Auf diese Weise können auch Familienmitglieder von anderen Orten aus zur Finanzierung beitragen.

Das Mobisol Solar Home System besteht aus einem Solarmodul, einer Solarbatterie, LED-Lampen und einem Handyladegerät. Erhältlich ist es in vier verschiedenen Leistungsstärken von 30 bis 200 Watt. Schon die kleinste Einheit kann mehrere Räume beleuchten, ein Radio betreiben und drei Handys pro Tag aufladen. Das robuste System ist einfach zu installieren. Auf der Batterie sind drei, auf dem Modul 20 Jahre Garantie. Auch ein umfassender Kunden-Service gehört zum Solar Home System von Mobisol. Es wird in den ersten drei Jahren kostenfrei gewartet. Zudem werden die Betriebsdaten fortlaufend per Mobilfunk automatisch an die Firmenzentrale übermittelt. So wird sofort bemerkt, wenn eine Anlage nicht korrekt läuft. Ein lokaler Techniker wird dann per SMS informiert und kann unverzüglich Abhilfe schaffen. Auch dient diese Fernüberwachung als Diebstahlsicherung.

Mobisol wurde im Jahr 2010 vom Sozialunternehmer Thomas Gottschalk gegründet. Der Berliner mit dem prominenten Namensvetter erprobte seine Geschäftsidee zunächst mit dreihundert Kunden in Tansania und Kenia. Anfang 2013 folgte die kommerzielle Markteinführung. Heute sind mehr als 5.000 Anlagen, auch in Ruanda und Ghana, installiert.

Mit der Raumbeleuchtung können die täglichen Arbeiten sowie auch die Schulaufgaben der Kinder nun auch in den Abendstunden erfolgen. Vor allem aber können viele Familien mit dem Solarstrom ein kleines Zusatzeinkommen generieren oder ein Kleinunternehmen starten. Damit wird das Leben der Menschen in sozialer sowie wirtschaftlicher Hinsicht stark verbessert. Arbeitsplätze werden aber auch dadurch geschaffen, dass immer mehr lokale Mobisol-Mitarbeiter ausgebildet werden. Derzeit sind 220 Mitarbeiter für Mobisol in Ostafrika unterwegs, darunter viele Frauen.

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Das Projekt ist sehr erfolgreich. Die Nachfrage ist groß und 97% der Kunden sind zuverlässige Ratenzahler. Daher möchten erfreulicherweise nun auch afrikanische Banken Teil des Projekts werden und die Vorfinanzierung übernehmen. Und Mobisol arbeitet an der Entwicklung einer 600 Watt-Anlage. Damit könnten dann auch kleine Werkstätten betrieben und so die Wirtschaft weiter angekurbelt werden.

 

 

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