Klein aber oho: Welche Rolle spielen Komponenten für die Zukunft der PV?

Installation einer PV-Anlage; Foto: shutterstock

Kaum ein Tag vergeht, an dem das Thema Solarenergie nicht in den Medien diskutiert wird. Dabei geht es jedoch meistens um die gesetzliche Förderung oder die Marktentwicklung hinsichtlich der Anbieter und Preise. Beim Thema technische Weiterentwicklung steht im Bereich Photovoltaik vor allem die Zelleffizienz im Vordergrund. Allerdings gibt es noch viele weitere Bereiche, in denen sich die Photovoltaik weiterentwickelt und damit die Kosten pro produziertem Watt an Solarenergie in Zukunft weiter senken könnte. Neben den Produktions-, Montage- und Wartungskosten betrifft dies vor allem Komponenten und elektronische Bauteile. Zu diesem Thema führten das CleanEnergy Project und die U.I. Lapp GmbH vom 26. September bis zum 7. Oktober 2011 eine Umfrage mit über 1.000 Teilnehmern durch.

„Die stetige Steigerung der Zelleffizienz ist ohne Frage ein wichtiges Kriterium beim Thema Weiterentwicklung der Photovoltaik“, so Guido Ege, Leiter Systemprodukte von Lapp. „Es gibt aber auch im Bereich der Komponenten von PV-Anlagen viele spannende Entwicklungen, die weit weniger im öffentlichen Fokus stehen. So entstand die Idee einer Umfrage, um einen Eindruck zu gewinnen, in wie weit die Öffentlichkeit über diese Themen informiert ist und für wie wichtig die Befragten elektronische Komponenten, aber auch Montage- und Wartungskosten, etc., für die Zukunft der Solarenergie halten.“

Frage-71Bei einer Multiple-Choice-Frage zu technischen Komponenten, die Solarmodule in Zukunft intelligenter machen sollen, nannten die Umfrageteilnehmer am häufigsten Leistungsoptimierer (39 Prozent) sowie die Vernetzung von PV-Anlagen

mit anderen Komponenten – beispielsweise die Kommunikation zwischen Solaranlage und Energieregler im Haushalt (36 Prozent). Als Ergänzung fügten viele Befragte die Einbindung in ein SmartGrid an. Ebenfalls häufig genannt wurde Elektronik für Brandschutz (19 Prozent) und weitere Bereiche, Wechselrichter sowie Speicherkomponenten.

90 Prozent der Umfrageteilnehmer schätzen es als wichtig (46 Prozent) oder sehr wichtig (44 Prozent) ein, dass Solarmodule mit Elektronik und neuen Technologien nachgerüstet werden können.

Kostenquellen und Einsparungspotenziale für die Zukunft

Bei der Preisentwicklung von Photovoltaikanlagen halten die Befragten die Produktions- und Wartungskosten (25 Prozent), die Kosten für Rohstoffe (24 Prozent), die Verwendung von standardisierten Komponenten (19 Prozent) sowie Montage- und Wartungskosten (zwölf Prozent und zehn Prozent) für entscheidend. Daneben nannten die Umfrageteilnehmer auch Rahmenbedingungen, wie Subventionen und die generelle Preisentwicklung, die vom Wettbewerb und den Produktionsmengen beeinflusst wird, als wichtige Faktoren.

Auf die Frage, wie hoch sie die Montage- und Wartungskosten einer durchschnittlichen PV-Anlage für einen Privathaushalt einschätzen, gaben 42 Prozent der Teilnehmer „bis zu 20 Prozent“ und 31 Prozent „bis zu zehn Prozent“ an.

64 Prozent der Befragten rechnen außerdem damit, dass einzelne Komponenten einer Solaranlage auch innerhalb des Garantiezeitraums von 25 Jahren ausgewechselt werden müssen. Genannt wurden dabei vor allem Wechselrichter, elektronische Komponenten am Modul, Steckverbindungen, Zellen, aber auch ganze Module sowie Kabel und Anschlussdosen.

„Solarmodule durch intelligente Komponenten effizienter zu machen ist eine riesige Chance. Allerdings können diese auch zur Schwachstelle von Modulen werden“, bestätigt Guido Ege. „Es wird daher nicht nur zunehmend wichtiger, qualitativ hochwertige Bauteile zu verwenden, sondern auch die Wartungsmöglichkeiten zu vereinfachen. Ein Modul abmontieren zu müssen, nur um etwas in der Anschlussbuchse auszutauschen oder aufzurüsten, ist viel zu aufwändig. Hier sind neue Lösungen gefragt.“ Mehr zu diesem Thema berichtet Guido Ege in einem Interview mit CleanEnergy Project.

Die Marke als Qualitätsgarant und Lücken im Informationsdschungel

Frage 8Zunehmend ausschlaggebend wird für Käufer einer PV-Anlage die Marke der Module: 76 Prozent der Befragten halten die Marke für wichtig. Auf die Frage, warum sie diese für wichtig halten, sehen rund 50 Prozent die Marke als Garantie für Qualität. Ein weiterer häufig genannter Grund sind die Garantieleistungen, die man bei bekannten Marken als besser gesichert sieht – dabei geht es auch um die Sicherheit, dass der Hersteller noch so lange am Markt ist wie seine Garantieleistungen. Die Erreichbarkeit von Ansprechpartnern in Bereich Service wird ebenfalls mit Markenprodukten verbunden.

Dass die Photovoltaik eine sonnige Zukunft hat, steht für die meisten Teilnehmer jedenfalls außer Frage: 78 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich Investitionen in Solaranlagen auch nach weiteren Kürzungen von Subventionen lohnen werden. 13 Prozent sind sich nicht sicher und neun Prozent glauben dies nicht.

Trotz der medialen Präsenz fühlen sich 55 Prozent der Umfrageteilnehmer nicht ausreichend über die Möglichkeiten und Entwicklungen im Bereich Photovoltaik informiert. 32 Prozent halten das Informationsangebot für ausreichend und zwölf Prozent für gut.

Die Umfrageteilnehmer informieren sich vor allem über das Internet (30 Prozent) sowie in Fachmedien (22 Prozent) oder in Tageszeitungen und Publikumsmedien über Entwicklungen im Bereich Solarenergie. Auch über Nachbarn, Freunde und Bekannte informieren sich zwölf Prozent. Bei Anbietern direkt suchen zehn Prozent der Befragten Informationen. 

Wibke Sonderkamp

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