Kaum rückläufige Nachfrage im Jahr 2012

Photovoltaik

Obwohl die schwarz-gelbe Bundesregierung die staatliche Solarförderung drastisch gekürzt hat, wurden 2012 in Deutschland in etwa so viele Solarmodule verbaut wie im bisherigen Rekordjahr 2011. So listet die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr neu ans Stromnetz angeschlossene Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von insgesamt über 7,5 Gigawatt.

Für 2013 erwartet der Bundesverband Solarwirtschaft aufgrund der monatlich weiter sinkenden Förderung neuer Solarstromanlagen allerdings eine merkliche Abkühlung der Nachfrage, die sich bereits in den vergangenen Monaten angekündigt hat. Speziell nach dem Auslaufen der letzten Übergangsfristen für große Solarkraftwerke zum 30. September 2012 wurden spürbar weniger Anlagen installiert, im vierten Quartal 2012 lag die Nachfrage rund 65 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V., hält einen weiteren kraftvollen Ausbau der Solarstrom-Erzeugung aber nicht nur für energiepolitisch sinnvoll und technisch machbar, sondern auch für bezahlbar: „Selbst für den Fall, dass die Photovoltaik-Nachfrage in den nächsten drei Jahren auf dem Niveau des Jahres 2012 bleiben sollte, müssen Verbraucher deshalb keine Angst vor einem Anstieg der Strompreise haben“. Laut einer Kalkulation der Prognos AG wäre in einem solchen Fall nämlich gerade mal ein Anstieg von einem Prozent zu rechtfertigen.

Abzuwarten bleibt, wie sich die Entwicklung auf dem deutschen Markt für Solaranlagen auf die unzähligen in diesem Bereich tätigen Unternehmen auswirkt. Zunehmende Bedeutung werden wohl neue Absatzmärkte in sonnenreichen Ländern, wie beispielsweise Südafrika, gewinnen. Trotz der äußerst günstigen klimatischen Voraussetzungen spielt in dem Staat an der Südspitze Afrikas die Stromgewinnung durch Solarenergie bisher nur eine sehr untergeordnete Rolle. Ein 2011 gestartetes Programm, das die Netzeinspeisung für Großanlagen ermöglicht, hat aber bereits mehrere ambitionierte Projekte ins Leben gerufen und in den nächsten Jahren soll Südafrikas Photovoltaikmarkt richtig in Schwung kommen.

Dass davon Hersteller aus aller Welt profitieren können, zeigt beispielsweise der Bau von zwei Photovoltaik-Projekten in der Provinz Nordkap: Sowohl in dem Solarpark in Prieska mit 20 Megawatt, als auch in dem Photovoltaik-Kraftwerk in De Aar mit zehn Megawatt werden Module von Trina Solar verbaut.

Matthias Schaffer

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