IEA: Sonne könnte 2050 zur wichtigsten Energiequelle werden!

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In Deutschland wurde in den letzten Jahren häufig im Kontext mit Fördersystemen und Subventionen über Solarenergie diskutiert, und die EEG-Novelle hat die Perspektiven für die Branche hierzulande nicht unbedingt aufgehellt. Das verstellt gelegentlich den Blick auf die Bedeutung der Solarenergie im globalen Kontext und für die Energieversorgung der Zukunft. Laut zwei aktuellen Berichten der International Energy Agency (IEA) kann die Sonnenenergie im Jahr 2050 zur wichtigsten Energiequelle werden – vor fossilen Energieträgern, Windkraft, Wasserstoff und Atomenergie.

Laut aktualisierter Roadmap der IEA könnten Photovoltaik-Systeme 2050 bis zu 16 % des weltweiten Stroms erzeugen, solarthermische Kraftwerke (CSP) weitere 11 %. Damit würden über sechs Milliarden Tonnen CO2 verhindert – mehr als die weltweiten Emissionen aus dem Verkehrssektor. Dabei wird sich die Branche regional sehr unterschiedlich entwickeln; mit 37% der Gesamtkapazitäten wird China 2050 das Länderranking anführen.

Maria van der Hoeven, Executive Director der IEA, wies jedoch darauf hin, dass die beiden aktuellen Berichte nicht als Prognosen zu verstehen sind. Wie die anderen Technologie-Roadmaps der IEA stellen sie die erwarteten technologischen Verbesserungen dar und erläutern die politischen Maßnahmen, die für die Erreichung der Ziele bis 2050 erforderlich sind.

PV-Boom durch technologische Entwicklung und Preisrückgang
Der Solarsektor wird derzeit weithin durch die Photovoltaik dominiert, die in den letzten Jahren einen Boom erlebte, ausgelöst vor allem durch die schnelle technologische Entwicklung und den starken Preisrückgang für Module und Anlagen. Laut IEA-Bericht waren Ende 2013 weltweit Photovoltaik-Anlagen mit 137 GW installiert; Anfang 2014 waren es bereits über 150 GW und täglich kommen weitere 100 MW dazu. Die Gesamtinvestitionen für Photovoltaik betrugen 2013 geschätzte 96 Mrd. US$. Dabei haben sich die Gewichte international inzwischen deutlich verschoben: Erstmals fand 2013 der Löwenanteil des Zubaus in Asien statt: Allein China installierte mit über 11 GW mehr als ganz Europa; Platz 2 erreichte Japan mit rund 7 GW. Und erst vor ein paar Tagen berichtete Trina Solar, einer der weltweit führenden PV-Hersteller, über neue Aufträge aus der Türkei und Ecuador mit einem Gesamtvolumen von 11,7 MW.

In Europa hat inzwischen Großbritannien Deutschland als dynamischster PV-Markt abgelöst. Für 2014 rechnen Branchenexperten mit einem Zubau in Großbritannien von rund 2,9 GW, während das Marktforschungsinstitut EuPD Research seine Jahresprognose für Deutschland nach einem schwachen ersten Quartal 2014 auf 1,9 GW reduziert hat.

PV und Solarthermie ergänzen sich
Mit der neuen Roadmap für Solartechnologien hat die IEA bisherige Annahmen korrigiert und misst Photovoltaik und Solarthermie nun eine deutlich höhere Bedeutung zur Energieversorgung bei als zuvor. Bis etwa 2030 wird sich speziell die Photovoltaik nach Einschätzung der IEA weiter dynamisch entwickeln; dann jedoch holt die Solarthermie deutlich auf. Zum einen wird sie dann günstiger, zum anderen werden zu diesem Zeitpunkt massiv CSP-Kraftwerke mit thermischen Speichern gebaut, mit denen sich Strom auch zu Nachfragespitzen am späten Nachmittag und abends erzeugen lässt. Damit würden sich Photovoltaik und Solarthermie optimal ergänzen.

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Konsistente Politik gefordert
An die Adresse der Politik richtete die IEA eine klare Botschaft: Erforderlich für die Entwicklung erneuerbarer Energien seien klare, glaubhafte und konsistente Signale der Politiker, um Investoren nicht zu verunsichern, Risiken für Projektentwickler zu senken und Vertrauen zu schaffen. Denn gerade bei den Solartechnologien seien die Finanzierungskosten besonders hoch, da fast die gesamten Kosten bei der Installation anfallen und daher vorfinanziert werden müssten. Eine vorhersehbare Politik senke demgegenüber den Risikoaufschlag und reduziere auf diesem Wege die Finanzierungskosten.

Die IEA wies zudem auf die Bedeutung von Unterstützungsmechanismen hin. Diese seien in den meisten Ländern erforderlich, bis die Solarenergie preislich wettbewerbsfähig sei, solange die Strompreise den Klimawandel und andere Umwelteinflüsse noch nicht berücksichtigten.

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