Gute Marktprognose für Photovoltaik

Genau sechs Tage ist es her, dass der europäische Photovoltaik-Industrieverband EPIA seine alljährliche Prognose des weltweiten Marktes veröffentlichte. Das Ergebnis zeigt ein enormes Wachstum der Photovoltaik-Branche, indem ein starker Anstieg der weltweit installierten Leistung prognostiziert wird. Allein für das Jahr 2010 wird ein Leistungszuwachs von 8,2 bis 12,7 Gigawatt erwartet, der bis zum Jahr 2014 auf 13,7 bis 30 Gigawatt klettern soll. Ob die Finanzkrise eine Auswirkung auf die Investitionsfreude am Photovoltaikmarkt hat und in wie weit sich die entsprechenden Förderprogramme, die in den einzelnen Ländern durchgesetzt werden, auf die Prognose auswirken, muss jedoch noch eingehend geprüft werden.

Zwar wird bei der deutschen Einspeisevergütung ordentlich gekürzt und auch die neu installierte PV-Leistung wird in den folgenden Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit ersteinmal zurückgehen, trotzdem erwartet das EPIA, dass Deutschland weiterhin den Photovoltaikmarkt anführen und damit nach wie vor den größten Marktanteil Europas ausmachen wird. Die am 6. Mai 2010 von der Regierung beschlossene Novelle des Erneuerbare-Energie-Gesetzes reagiert mit ihrem politischen Werkzeug auf die Preissenkung von PV-Anlagen durch die Massenproduktionen, geht aber dennoch von einem stärkeren Ausbau des Photovoltaikmarktes aus als bislang erwartet. Gekürzt wird vor allem bei den Aufdach- und Freiflächenanlagen, um 16, beziehungsweise 15 Prozent, für Ackerflächen soll die Förderung ganz entfallen. Steigt die installierte Leistung hierzulande um mehr als 3,5 Gigawatt, so folgt im Jahr 2011 eine weitere Kürzung um ein Prozent, bei einer Steigerung von mehr als 4,5 Gigawatt kommt nochmals eine Kürzung von ein Prozent hinzu.

Dicht gefolgt wird Deutschland in der Liga der Marktführer von Italien, welches im Jahr 2009 mit 730 Megawatt neu installierter Leistung weltweit den zweiten Platz belegte. Der Bericht des EPIA geht davon aus, dass es in Italien auch weiterhin zu einem starken Wachstum auf dem Photovoltaikmarkt kommen wird. Gründe hierfür sieht der Industrieverband vor allem in der hohen Sonneneinstrahlung des Landes und durch die sehr erfolgreiche Förderpolitik – das „Conto Energia“ – der Italiener. Weiteres Wachstumspotenzial sieht EPIA bei Spanien und Griechenland, wobei der einstige Marktführer Spanien im vergangenen Jahr ein Tief mit nur 69 Megawatt neu installierter Leistung durchschritt, sich aber in den nächsten Jahren wieder erholen dürfte. In Griechenland legt der EPIA-Bericht hingegen hohe Erwartungen an die zukünftige Entwicklung. Zwar ringen die Griechen noch immer mit Problemen im Bereich des Netzanschlusses, doch die Branche an sich verfügt über relativ große Aufträge und eines der größten Solarpotenziale Europas. Für weitere europäische Länder hingegen hält sich die Wachstumsprognose des Berichts deutlich zurück, was vornehmlich in den unstetigen Förderprogrammen einzelner Länder zu begründen liegt. Außereuropäisch gelten die USA, Japan und China als konstante Wachstumsmärkte in der Solarbranche, wobei China bereits auf dem Weg zum neuen Weltmarktführer gesehen wird, das wird jedoch stark von der Landespolitik abhängen.

Judith Schomaker

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