Griechenland setzt auf die Kraft der Sonne

Griechenland bietet die Idealbedingungen für eine Energiegewinnung aus der Kraft der Sonne. Bildete das Mittelmeerland im Jahr 2008 noch das Schlusslicht im der europaweiten Klassifikation der European Photovoltaic Industry Association (EPIA), so hat sich das Blatt im Jahr 2009 gewendet. Zwar führte Griechenland schon im Jahr 2006 ein Fördergesetz zur Vergütung von Solarstrom ein, doch die schier unendliche Bürokratie stand diesem Gesetz im Weg. Antragsteller mussten eine ganze Reihe Institutionen und Bewilligungen durchlaufen, um ihre Solarstromanlage in Betrieb nehmen zu können. Wartezeiten von bis zu zwei Jahren waren keine Seltenheit, nicht zuletzt wegen der nur sehr begrenzten Institutionen für die Antragsprüfungen, im Vergleich zu der starken Nachfrage nach Photovoltaikanlagen.

Mit der Novellierung des Energiegesetzes hat Griechenland im Januar 2009 auf diese kontraproduktiven Maßnahmen reagiert und forciert so den Ausbau von Photovoltaik im eigenen Land. Die Neuregelung des erneuerbaren Energiegesetzes hebt die jährliche Deckelung von 0,8 Gigawatt auf, ebenso wird eine Realisierungsfrist für Anlagenbauer von 18 Monaten eingeräumt, um auch jetzigen Antragstellern bei einer späteren Installation noch die aktuelle Vergütung zu gewähren. Diese wird mit 40 bis 50 Cent pro Kilowattstunde über 20 Jahre garantiert. Durch das vereinfachte Bewilligungsverfahren, zuvor mussten Privathaushalte, die eine Solaranlage auf dem eigenen Dach installieren wollten, erst ein Gewerbe anmelden, soll Griechenland vom weltweiten Solarboom profitieren und eine führende Rolle unter den EU Ländern einnehmen.

Mit dieser Neuregelung dürften auch die Maßgaben der Europäischen Union locker erfüllt werden, wonach Griechenland bis zum Jahr 2010 20,1 Prozent des Gesamtstrombedarfs – 2006 lag der Anteil an erneuerbaren Energien in Griechenland bei 12,1 Prozent – aus alternativen Energiequellen schöpfen muss. Ein Ziel, was ohne den starken Ausbau der Photovoltaik kaum möglich gewesen wäre. Außerdem ist die effiziente Nutzung der Sonne relativ konform mit dem Stromverbrauch. Besonders in den Mittagsstunden, dann, wenn die Sonne mittels Solaranlagen reichlich Strom produziert, ist der Verbrauch für Klima- und Kühlanlagen besonders hoch und kann direkt gedeckt werden.

Neben den hervorragenden Standortbedingungen für die Nutzung von Solarenergie, ist aber auch der Ausbau von Arbeitsplätzen durch den stetig steigenden Anlagenbau nicht zu verachten. Das Wachstum könnte zu einer Art Konjunkturprogramm für Griechenland werden, bedenkt man, dass zahlreiche Arbeitsplätze in Herstellung, Handwerk und Handel im Solarbereich geschaffen werden.

Judith Schomaker

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