Ghanas Weg zur größten Solaranlage Afrikas

Industrielle PV-Anlage

Ghana – das Land der Kakaobohnen, des Goldes und vor allem des Erdöls, das vor ein paar Jahren vor der ghanaischen Küste entdeckt wurde. Alle drei Rohstoffe haben der Mehrheit der Bevölkerung bisher wenig gebracht. Mit der verstärkten Nutzung der Solarenergie könnte es anders ausgehen. Eines der größten Solarkraftwerke der Welt soll ab nächstem Jahr im Westen Ghanas entstehen.

Einspeisegesetz für Erneuerbare. Alternativen für die Stromversorgung sind dringend notwendig. Denn die Nachfrage nach Elektrizität steigt in Ghana jährlich um zehn bis 15 Prozent. Inzwischen vereinfachte die Regierung Ghanas die Etablierung erneuerbarer Energien im Land. Im Jahr 2010 entwarf der Staat seinen Strategie- und Entwicklungsplan für den Energiesektor und 2011 trat das Gesetz für erneuerbare Energien in Kraft. Zur Zeit sind ein Prozent erneuerbarer Energien am Energiemix beteiligt. Es werden zehn Prozent bis zum Jahr 2020 angestrebt. Der Energieminister nimmt zur Umsetzung auch private Investoren mit ins Boot.

Das treibt zum Beispiel die Planung von Mini-Hydro-Kraftwerken voran. Doch nicht alle Energiequellen haben gute Voraussetzungen. Der Windenergie wird in Ghana kein zu großes Potential eingeräumt. Und für eine sinnvolle Nutzung der Biomasse fehlen die Rohstoffe. Die Sonnenenergie dagegen steht in Ghana reichlich zur Verfügung. Und die niedrigen Preise der Solarmodule unterstützen die Errichtung der Anlagen. Anfangs lief die Installierung eher durch die Entwicklungshilfe. So konnten schon zahlreiche Schulen und Krankenhäuser in Ghana mit Photovoltaikdächern ausgestattet werden. Doch auch die Unternehmen beißen an und bestücken die Dächer von Fabriken und Bürogebäuden mit Solarmodulen.

Größte Photovoltaikanlage Afrikas. Ein britisches Unternehmen ist von den Ausgangsbedingungen Ghanas so angetan, dass es hier die größte Photovoltaikanlage Afrikas errichten will. Kein Wunder: Verspricht die Regierung dem Unternehmen Blue Energy doch eine Einspeisevergütung für 20 Jahre. Zudem weist der zukünftige Standort des Kraftwerks eine hohe Einstrahlungsintensität auf. Und von dem Gelände nahe des Dorfes Aiwiaso sind es nur 30 Meter bis zum Netzwerk für den Stromtransport. Ein weiterer Vorteil ist die Nähe zum Hafen von Takoradi, um Materialien für den Bau des Kraftwerkes zu liefern.

Die Initiatoren des Projekts gaben Anfang Dezember dieses Jahres bekannt, dass rund 306 Millionen Euro zur Umsetzung nötig seien. Bis Mitte 2013 wird voraussichtlich geklärt sein, welche Investoren die Finanzierung unterstützen. Nächstes Jahr beginnt der Bau der Anlage und endet wahrscheinlich im Jahr 2015.

Eine Leistung von 155 Megawatt soll die Anlage nach ihrer Fertigstellung liefern. Um diese zu gewährleisten, sind nicht weniger als 630.000 Photovoltaikmodule eingeplant. Woher die kommen sollen, ist aber noch offen. Wahrscheinlich will sich Blue Energy auf nur einen Hersteller festlegen. Die Anlage wird damit das erste große System, das den Einspeisetarif der Regierung Ghanas wahrnimmt. Diese erhofft sich einen Anschub der Wirtschaft Ghanas, denn neben Elektrizität werden auch Jobs zur Verfügung stehen. Zudem wird Ghanas Stromproduktion mit der Anlage um ganze sechs Prozent ansteigen.

Von Blue Energy ausgehend sind auch weitere Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien in Westafrika geplant.

Jenny Lohse

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