Fraunhofer ISE baut Wasserstofftankstelle in Freiburg

Freiburg; Foto: shutterstock

Nachhaltige Mobilität ist ein elementarer Baustein für die Transformation unserer Energieversorgung, weg von fossilen Energieträgern, hin zu erneuerbaren Energien und Klima schonenden Energiewandlungsverfahren. Neue Antriebs- und Verkehrskonzepte stehen daher auch im Mittelpunkt zahlreicher öffentlich wie Industrie geförderter Forschungsprogramme. In Freiburg wird mit finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg ein Projekt auf den Weg gebracht, das bis Ende 2011 den Bau einer Wasserstofftankstelle in örtlicher Nähe zum Fraunhofer ISE als Ziel hat. Die Tankstelle wird die komplette Wasserstoffenergiekette umfassen: eine Photovoltaikanlage für den regenerativen Strom, einen Wasserstoff-Elektrolyseur, einen Wasserstoffspeicher und eine Kompressionsanlage sowie die Wasserstoffabgabestelle für die Betankung Wasserstoff betriebener Fahrzeuge.

„Das Land Baden-Württemberg misst der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie seit vielen Jahren große Bedeutung bei, sowohl für die stationäre Nutzung als auch im Bereich der Elektromobilität“, erklärt Ministerialrat Stefan Gloger, Leiter des Referats Forschung, Umwelttechnik, Ökologie im Umweltministerium. Das Land hat im Rahmen des Landesinfrastrukturprogramms (LIP) für Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie neben Stuttgart und Karlsruhe auch den Raum Freiburg als wichtigen Standort für Wasserstoffanwendungen identifiziert. Eine Brennstoffzellen-Fahrrad-Flotte für den Einsatz in der Innenstadt ist hier eines der zentralen Demonstrationsprojekte. Das Projekt wird koordiniert vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. „Das Fraunhofer ISE bringt hier über 20 Jahre Erfahrung sowohl in der Solarenergie- als auch in der Wasserstofftechnologieforschung ein“, so Dr. Christopher Hebling, Abteilungsleiter Energietechnik. Die Entwicklung von Gesamtsystemen, die den Wasserstoff zu konkurrenzfähigen Kosten erzeugen, speichern und in den verschiedenen Anwendungen wieder rückverstromen, ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Einführung dieser Umwelt und Ressourcen schonenden Technologie.

Die Stadt Freiburg, die als Green City weltweit eine führende Stellung in Sachen Nachhaltigkeit hat, setzt seit langem eine Umwelt und Klima schonende Verkehrspolitik um. Daher unterstützt sie auch aktiv die Bereitstellung eines geeigneten Standorts für die Wasserstofftankstelle. Eine grundsätzliche Erneuerung in der Energieversorgungsstruktur ist auch zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie des regionalen Energieversorgers badenova. Wasserstoff-Elektrolyseure als zentral steuerbare Lasten im Netz zur Frequenzstabilisierung haben eine hohe strategische Bedeutung. Im batterie-elektrischen Kontext gibt es bereits ein Projekt mit dem Fraunhofer ISE, nun wird der Versuchsbereich ausgeweitet auf Brennstoffzellen betriebene Fahrzeuge. Das Unternehmen prüft solche Fahrzeuge in seine Flotte zu integrieren und damit die konkrete Umsetzung der Wasserstoffwertschöpfungskette von der Erzeugung über den Transport, die Speicherung und die Distribution zu gewährleisten.

Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE

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