Entsorgung von Alt-Modulen

Anfang der neunziger Jahre wurden die ersten großen Solarmodule in Deutschland installiert, Vorreiter in Sachen Solar war der Süden des Landes. Bei einer Laufzeit von 20 Jahren fallen demnach in naher Zukunft (etwa ab 2015) große Mengen an „Solarschrott“ an. Doch was passiert mit den ausgedienten Modulen? Können sie einfach auf der Deponie entsorgt werden oder gibt es noch andere Möglichkeiten, seine Module wieder los zu werden?

Generell gilt, dass Photovoltaikanlagen nicht unter den Abfall-Schlüssel 200135 fallen, also nicht den Bestimmungen des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes unterliegen. Bei kleinen Mengen ist im Einzelfall eine Abgabe auf den kommunalen Wertstoffhöfen möglich, auch Entsorgungsfachbetriebe nehmen in der Regel Altmodule entgegen.

Eine weitaus umweltschonendere Alternative bieten die so genannten Behandlungsanlagen für Photovoltaikanlagen. Sie nehmen ausgediente Altmodule zurück und recyceln diese fachgerecht. Hierdurch werden Sekundärrohstoffe erzeugt, wodurch sich bei der Neuproduktion von Modulen Energie sparen lässt, Ressourcen geschont und Abfall vermieden wird.

Europaweit gibt es zwei solcher Anlagen, weitere sind bereits in Planung. Für siliziumbasierte Module ist das die Sunicon AG, im Dünnschichtbereich übernimmt First Solar das Recycling, wobei dem Besitzer der Module keine Entsorgungskosten entstehen, außer der Demontage und Verpackung seiner alten oder defekten Solarmodule.

Europaweit arbeitet man zudem an einem flächendeckenden Netzwerk an Solarmodul-Sammelstellen. Bis zum Jahr 2015 will der europäische Verband „PV Cycle Association“, dem bislang über 70 Solarunternehmen angehören, dieses Netzwerk errichten. Ziel ist es, die Wiederverwertung von ausgedienten Modulen voranzutreiben und auch die Erzeugung von Solarstrom künftig noch umweltfreundlicher zu gestalten.

Dabei funktioniert das Recycling auf einfachste Weise, wobei die Abgabe der Module für deren Besitzer kostenlos ist. Europaweit sollen zentrale Sammelstellen entstehen, welche die alten oder defekten Solarmodule entgegennehmen. Hier werden die Module nach ihrer Beschaffenheit (kristalline oder Dünnschicht-Module) getrennt und an die jeweiligen Recyclingpartner weitergeleitet. Diese wiederum zerlegen die PV-Module in ihre einzelnen Bestandteile, um sie auf die anschließende Weiterverwertung vorzubereiten. Die Kosten für dieses System werden von den einzelnen Mitgliedsunternehmen des Verbandes in Form von Jahresbeiträgen und gewichtsabhängigen Pauschalen für die entsorgten Module getragen.

Judith Schomaker

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