Deutschland ein Wintermärchen

Eisfreie Straßen im Winter mit Solarenergie

Der Winter hat Deutschland voll im Griff. Eisige Temperaturen, weiß getünchte Landschaften und spiegelglatte Straßen – nicht für alle ein Wintermärchen, denn vielerorts hatten Autofahrer mit den mangelnden Salzvorräten zu kämpfen. Sogar der sonst eher schneearme Norden hat in diesem Winter eine ordentliche Portion der weißen Pracht abbekommen.

In punkto Schnee- und Eismanagement mutierte Deutschland zum Entwicklungsland, einige Ortschaften waren dabei tagelang von der Außenwelt abgeschnitten. Es ist schon erschreckend, wie schnell man auch hierzulande den Naturgewalten ausgeliefert ist. Merkwürdig, dass sich noch niemand Gedanken dazu gemacht hat, eine Lösung für das Winterproblem mit seinen glatten Straßen und zahlreichen Unfällen zu finden. Winterreifen scheinen das einzige zu sein, was dazu beiträgt, unbeschadet von A nach B zu kommen. Trotzt verhängtem Bußgeld, sollte man aufgrund von Sommerreifen einen Unfall provozieren oder den winterlichen Verkehr behindern, scheint noch niemandem etwas wirklich sinnvolles eingefallen zu sein. Beheizbare Straßen zum Beispiel, bei Frost einfach anknipsen und schon schmelzen Schnee und Eis ganz von alleine. Das hätte dann gleich mehrere Vorteile, weniger Glatteisunfälle, keine Umweltbelastung durch Streusalz und Arbeitskräfte könnten auch noch eingespart werden.

Vielleicht war es diese Idee, welche die Entwickler von Solar Roadways darauf gebracht hat, den herkömmlichen Straßenbelag durch befahrbare Solarpaneele zu ersetzen. Eine solare Fahrbahn, klingt eher nach Science Fiction, als nach Realität! Das ist es aber keineswegs, denn in den USA stieß die Idee des Firmengründers von Solar Roadways auf Gehör. Das amerikanische Verkehrsministerium unterstützt das Vorhaben mit 100.000 Dollar. Keine großartige Hilfe, bedenkt man die Kosten für eine der vier Meter Solarplatten von fast 7.000 Dollar, aber ein Anfang. Letztendlich würde die so präparierte Straße durch die integrierte Heizung nicht nur auf Knopfdruck schneefrei, sondern könnte auch noch ordentlich Strom produzieren, nämlich etwa 7,6 Kilowattstunden je Solarmodul täglich. Außerdem könnten die eingebauten LED`s zur Anzeige von Straßenmarkierungen und Warnhinweisen die Verkehrssicherheit zusätzlich verbessern.

Einen weiteren Pluspunkt sehen die Initiatoren dieser Idee in der Schaffung von Arbeitsplätzen, denn nur für die Endmontage einer einzigen Solarpaneele werden durchschnittlich zehn Arbeitsstunden benötigt. Hinzu kommen Arbeitsplätze in den Bereichen Wartung, Teileherstellung, Monitoring und Vertrieb – eine neue grüne Arbeiterwelle, die die Arbeitslosenzahlen mit einem Schlag erheblich reduzieren könnte. Traumhafte Aussichten, wäre da nicht die enorm kostspielige Umsetzung des ganzen Unterfangens. Warten wir also gespannt ab, inwieweit sich diese Idee durchsetzt. Vielleicht fahren wir in zehn Jahren nicht mehr auf asphaltierten Wegen, sondern bewegen uns auf leuchtenden Solarplatten durch die Landschaft.

Judith Schomaker

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