Der Sonnenbaum von Nimwegen

Sonnenbaum von Nimwegen

Man muss nicht viel Fantasie aufwenden, um das Vorbild aus der Natur in dem neuen Kunstwerk auf dem Vorplatz des Technoviums in Nimwegen zu erkennen. Vor dem neuen Technischen Ausbildungs- und Studienzentrum steht ein zwölf Meter hohes Konstrukt aus Stahl und Aluminium, das in einen imposanten Blütenstand mit 97 Solarzellen mündet und der Bezeichnung Naturstrom eine ganz neue Dimension verleiht. Der Sonnenbaum, das neue Symbol der Nimwegener, steht für den harmonischen Einklang zwischen Natur und Technik und ist seinem natürlichen Vorbild ähnlicher, als man auf den ersten Blick meinen möchte.

Eigentlich ist der Sonnenbaum von Nimwegen gar kein Baum, sondern eine Blume, eine Sonnenblume. Entsprungen ist sie der Hand des Künstlers Andreas Hetfeld, der im städtischen Auftrag ein Ikon entwerfen sollte, das Natur und Technik miteinander verbindet. Sein Werk ist ihm allerdings nicht nur rein optisch gelungen, sondern bleibt auch aus funktioneller Sicht sehr nahe an seinem natürlichen Vorbild. Genauso wie die Sonnenblume, wendet sich auch die Blüte des Stahlkolosses immer in die hellste Himmelsrichtung. Ein entsprechendes, technisches Nachführsystem macht es möglich. Ansonsten sammeln die 97 Solarzellen, die dem Blütenstand der „echten“ Sonnenblume recht gut nachempfunden sind, jede Menge Sonnenenergie ein und wandeln diese in Strom um. Der so gewonnene Strom wird unter anderem zur abendlichen Beleuchtung des Sonnenbaums verwendet. Der übrige Strom geht ins öffentliche Netz. Wie viel Strom die Solarsonnenblumenkerne produzieren, verrät übrigens ein Bildschirm in der Eingangshalle des Technoviums.

Wenn es stark weht, ab Windstärke 5, dreht sich der Blütenstand automatisch in die Waagerechte, um möglichst wenig Angriffsfläche für den Wind zu liefern. In einem ist die „echte“ Sonnenblume ihrem technischen Gegenpart jedoch voraus: Der Stahlkoloss besitzt nicht die Fähigkeit, Schadstoffe aus dem Boden zu filtern und ist somit nicht, wie die echte Sonnenblume zur Dekontaminationen einsetzbar.

Judith Schomaker

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