Apple patentiert Solardisplay

iPhone

Die Marke mit dem Apfel bemüht sich offensichtlich um ein grüneres Image. Das Unternehmen hat vor einigen Tagen beim US-Patentamt Schutzrecht angemeldet für ein spezielles Solardisplay. Was das leisten kann und ob es schon im iPhone 6 zum Einsatz kommen wird, ist noch unklar.

Apple-Smartphone-Nutzer beklagen häufig den schwachen Akku ihrer Geräte. Viel zu schnell ist der leer und muss wieder aufgeladen werden. Ein eindeutiger Nachteil der sonst so konkurrenzstarken Marke. Doch das soll sich nun ändern. Das Unternehmen arbeitet angeblich schon seit einigen Jahren an einem Display mit integrierten Solarzellen. Ein erstes Patent hatte Apple schon 2009 eingereicht, nun folgt ein weiteres, konkreteres Schutzrecht für ein Solardisplay. Es soll sowohl im iPhone wie auch im iPad funktionieren.

Die Idee ist denkbar einfach. Zum Aufladen wird das Display einfach in die Sonne gehalten und schwupps ist der Akku voll. So weit so gut. Doch in der Realität gestaltet sich das Ganze nicht so einfach. Denn die Leistung der Mini-Solarpaneele ist mehr als fragwürdig. Schaut man sich zum Vergleich ein portables Solaraufladegerät an, wie es etwa für Telefone verfügbar ist, zeigt sich: Rund 20 Minuten Sonne reichen für ein Telefongespräch von gut fünf Minuten. Das ist ein auf den aktiven iPhone-Nutzer umgerechneter eher schwacher Wert. Für eine halbe Stunde Telefonvergnügen müsste man schon ein Sonnenbad von zwei Stunden einplanen – vorausgesetzt natürlich, die Sonne scheint auch. Das erscheint vor allem in der so schnelllebigen Geschäftswelt als nicht durchsetzungsfähig, insbesondere da ausgerechnet bei strahlendem Sommerwetter die Handydisplays zumeist nicht so gut einsehbar sind. Aufs Surfen muss man derweil dann zunächst verzichten.

Wie Apple diese Diskrepanz lösen will, ist noch unklar. Vielleicht sollte das Unternehmen sich lieber nach anderen Ladetechnologien umsehen, wie beispielsweise der BoostTurbine, die das US-Unternehmen Eton kürzlich auf den Markt gebracht hat. Ein zunächst ganz normal aussehendes Ladegerät hat Eton seitlich mit einer kleinen Kurbel ausgestattet: Durch fleißiges Kurbeln lässt sich der Akku schnell und unkompliziert wieder aufladen. Eine Minute Kurbeln genügt laut Hersteller schon, um 30 Minuten zu telefonieren. Kein Vergleich zu einem zweistündigen Sonnenbad mit Apples Solardisplay.

Warten wir es ab, was die Mobilfunk-Tüftler sich noch alles einfallen lassen. Für ein ernstzunehmendes grünes Image bedarf es auf jeden Fall mehr als einem halbwegs funktionierenden Solardisplay. Und für eine vernünftige und zuverlässige Ladetechnologie auch. Aber wer weiß, vielleicht bringt Motorola demnächst ja ein mobiles Hamsterlaufrad zum Akkuladen auf den Markt und Samsung bastelt heimlich schon an einer tragbaren Tisch-Draisine?

Josephin Lehnert

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