18 Megawatt-Photovoltaikkraftwerk in Arizona geplant

Beim Betrachten von Statistiken aus der Branche der Sonnenenergie bekommt man den Eindruck, schwieriger als das Errichten des weltgrößten Photovoltaikkraftwerks ist es, diesen Titel beizubehalten. War es bis Oktober 2010 noch die Solaranlage im spanischen Olmedilla mit einer Kapazität von 60 Megawatt, führt momentan die Photovoltaikanlage in der kanadischen Provinz Ontario die Liste mit 80 Megawatt an. Interessant für Deutschland ist der dritte Platz mit 54 Megawatt Nennleistung, eine Anlage, die sich im bayrischen Straßkirchen befindet.

In den USA richtet sich die Aufmerksamkeit zur Zeit auf Gila Bend, ein Dorf im US-Bundesstaat Arizona in wüstenähnlicher Gegend. Hier soll der Bau eines neuen Photovoltaikkraftwerks vollzogen werden. Eine Leistungssteigerung ausgehend vom Titelträger in Kanada wird zwar nicht angestrebt, dafür kann sich die zukünftige Konstruktion immerhin in die Reihe der größten Photovoltaikanlagen in den USA einordnen lassen. Die Federführung des Projekts übernimmt der in Arizona ansässige Hersteller von Solarmodulen und Photovoltaikanlagen Solon Corporation. Dieser bildet ein Tochterunternehmen von Solon SE, welches 1997 in Berlin gegründet wurde und die Hälfte seines Umsatzes im Ausland erwirtschaftet.

Solon verkündete nun, dass im Februar 2011 mit dem Bau des 18 Megawatt Photovoltaikkraftwerks in Arizona begonnen werde. Durch den Einsatz einachsiger Nachführungssysteme kann sich die Solaranlage automatisch zur Sonne ausrichten und somit die Effektivität steigern. Geht die Anlage dank vorkonfigurierter Einheiten wie geplant in Betrieb, können schon Ende 2011 bis zu 4.500 Haushalte versorgt werden.

Eigentümer und Betreiber wird das öffentliche Versorgungsunternehmen Arizona Public Service (APS) sein. Um ein weiteres Superlativ zu nennen: Es handelt sich hierbei um den größten Energieversorger Arizonas. So zählt zum Repertoire von APS auch ein Atomkraftwerk, seit 1992 das leistungsstärkste in den USA mit 4.000 Megawatt. Das Unternehmens will die Ressourcen kombinieren und in Bezug auf den Eneergiemix den Anteil der erneuerbaren Energie als auch den der Kernenergie steigern.

Eine Abkehr von der Atomenergie in Arizona ist somit zwar nicht zu erwarten, aber das Projekt in Gila Bend sieht zumindest nach mehr als einem Alibi aus. Wettbewerb kann ja auch motivieren. Denn das Unternehmen Solon arbeitet auch mit dem zweitgrößten privaten Stromversorger Arizonas Tucson Electric Power zusammen. Und dessen Statistik im Energiemix ließe sich beispielsweise mit einem weiteren Photovoltaikkraftwerk in Arizona mit 20 Megawatt verbessern.

Jenny Lohse

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