Verheerender Uranabbau

Der Atomkraftlobby kommt der Klimawandel wie gerufen. Hat sie doch endlich wieder einen Vorwand, ihre Energie ins Spiel zu bringen und den Ausstieg vom Atomausstieg zu fordern. Sauber soll die Atomenergie sein, zuverlässig und günstig. Nun, wie zuverlässig Atomenergie ist, sehen wir an Schlagzeilen wie „Atomkraftwerk Krümmel schaltet Reaktor im Eilverfahren ab“ oder „Forsmark-Panne war größer als gedacht“. Das Märchen vom billigen Atomstrom wurde jüngst vom Öko-Institut widerlegt. Und dass das Geschäft mit Atomstrom alles andere als sauber ist, weiß jeder, der sich einmal die gesamte Prozesskette der Atomstrombereitstellung anschaut.

Mit seinem in der Zeitschrift natur+kosmos erschienenen Artikel „Mörderisches Uran“ (Heft 06/2009) greift Claus Biegert eine Misere auf, der bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Der Journalist und Autor erzählt von den Schicksalen zig tausender Menschen, die den gefährlichen Folgen des Uranabbaus ausgesetzt sind. Es sind die Ureinwohnern Kanadas, den USA, im Niger und Australiens, in deren Stammesgebieten sich Uranmienen befinden und deren Rechte mit Füßen getreten werden.

Für sie bedeutet der Uranabbau „ungeschützte Schwerstarbeit in den Minen, verseuchtes Trinkwasser, verseuchte Erde, strahlendes Vieh, strahlende Ernten“. Denn der bei der Aufbereitung des Urans anfallende Abraum enthält giftige Schwermetalle und radioaktives Material, das durch Wind und Regen in die Umgebung gelangt. Dämme, die flüssige Abraumschlämme zurückkalten sollen, sind meist nicht dicht. Viele Opfer leiden an Leukämie, Haut- und Lungenkrebs.

Nahezu grotesk wirkt dabei die Aussage von Dr. Petra Uhlmann, der Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Eon. Im Interview mit natur+kosmos rechtfertigt sie ihr Unternehmen damit, dass Eon beim Bezug von Uran alle Genehmigungsauflagen einhalten würde. Doch was nützen sämtliche Genehmigungsauflagen, wenn Menschenrechtsverletzungen dennoch nicht verhindert werden?

Corinna Lang

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