Ölpest am Yellowstone River

Ölpest verunreinigt Fluss

In den USA ist es am vergangenen Samstag aufgrund eines Lecks in einer Öl-Pipeline nahe der Stadt Glendive im Bundestaat Montana zu einer Umweltkatastrophe gekommen. Der Betreiber der Pipeline „Bridger Pipeline LLC“ konnte zunächst keine Angaben über die tatsächlich ausgelaufene Ölmenge machen. Am Sonntag bestätigten dann jedoch Sprecher des Unternehmens, dass fast 200.000 Liter Rohöl ausgetreten seien und unter anderem den momentan teilweise gefrorenen Yellowstone River kontaminiert hätten. Wie viel von dem Öl dabei genau in den Fluss gelangt sei, müsse aber noch geklärt werden. Helfer versuchen nun zu verhindern, dass das Öl weiter flussabwärts fließt und so weitere Gebiete verschmutzt werden.

Zunächst war nicht klar, ob das Öl auch die Trinkwasservorräte der Region kontaminiert haben könnte. Denn der Yellostone River ist Wasserquelle für die umliegenden Städte und Bewohner. Das zuständige Wasserwerk hatte den Zufluss zwar bereits eine Stunde nach Bekanntwerden des Unglücks gestoppt, dennoch bemerkten Anwohner am Montag einen seltsamen „öligen“ Geruch und Geschmack ihres Trinkwassers. Daraufhin wurden dem Fluss Wasserproben entnommen. Bislang wurden dabei jedoch glücklicherweise noch keine Öl-Rückstände gefunden.

Nichtsdestotrotz ist das ausgelaufene Öl ein riesiges Problem vor allem für die Umwelt. Bereits am Montag berichteten Anwohner in rund 100 Kilometern Entfernung zur Unglücksstelle von einem deutlich sichtbaren Ölteppich auf dem Wasser. Sperren wurden errichtet, um das Öl daran zu hindern, sich weiter auszubreiten. Obwohl der Fluss teilweise gefroren war und dadurch möglicherweise Schlimmeres verhindert wurde, ist es eine der größten Ölkatastrophen innerhalb der Vereinigten Staaten.

Aber leider ist dies nicht der erste Vorfall dieser Art. Schon 2011 führte ein Leck in einer Exxon Mobil Pipeline dazu, dass rund 240.000 Liter Öl in den Yellowstone River flossen. Damals geschah das Unglück in der Nähe der Stadt Laurel, ebenfalls im Bundesstaat Montana. Es mussten Anwohner evakuiert und aufgrund von Vergiftungserscheinungen behandelt werden.

Den Menschen stellt sich nun die Frage, warum es in der Region immer wieder zu Lecks in den Pipelines kommt. Einige machen dafür auch den Klimawandel verantwortlich. Denn der Fluss führte aufgrund der globalen Erwärmung in den letzten Jahren immer häufiger Hochwasser. Deshalb vermuten viele Menschen, dass die Pipelines, die größtenteils unter dem Flussbett verlaufen, vielleicht durch das Hochwasser beschädigt werden.

Das Unglück führt jetzt auch dazu, dass der Bau der geplanten „Keystone XL Pipeline“ mehr denn je in Frage gestellt wird. Denn der Durchmesser dieser Pipeline wird in etwa dreimal größer sein als der der Yellowstone-Pipeline. Sie wird nach der Fertigstellung jeden Tag mehr als 130 Millionen Liter Öl quer durch die USA transportieren. Sollte diese Pipeline eines Tages einmal beschädigt werden, drohen gewaltige, irreparable Schäden für Natur und Mensch.

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