Kohleausstieg fast ohne Entlassungen machbar

Umweltbundesamt gibt Entwarnung: Kohleausstieg fast ohne Entlassungen zu schaffen.
Umweltbundesamt gibt Entwarnung: Kohleausstieg fast ohne Entlassungen zu schaffen.

Wie viele Beschäftigte sind bei einem Kohleausstieg zu halten? Darüber diskutiert die Kohle-Kommission. Viele Tausend Jobs scheinen bedroht. Der Kommission geht es um einen sozialverträglichen Ausstieg aus Braun- und Steinkohle. Das Umweltbundesamt gibt nun jedoch Entwarnung. Bis zum Jahr 2030 müssen in der Braunkohle selbst bei einer drastischen Reduktion der Kraftwerkskapazität kaum Beschäftigte entlassen werden. Das zeigt eine Analyse des Öko-Instituts im Auftrag des Umweltbundesamtes. Die Studie zeigt, dass ein Kohleausstieg fast ohne Entlassungen machbar ist.

Die vorliegende Studie betrachtet die Entwicklung der direkt Beschäftigten in der Braunkohleindustrie in Deutschland. Selbst wenn die Förderung von Braunkohle bis zum Jahr 2030 stärker zurückgeht, sind kaum Entlassungen nötig. Das liegt vor allem an der Altersstruktur der aktuell etwa 20.000 in der Industrie Beschäftigten. Mehr als die Hälfte von ihnen ist über 50 Jahre alt – geht also bis 2030 in den Ruhestand. Im Jahr 2030 arbeiten der Studie zufolge noch 8.000 Beschäftigte in der Förderung von Braunkohle und der Stromerzeugung. So kann die Bundesregierung ihre Klimaziele erreichen. Außerdem verläuft der Strukturwandel entlang natürlicher Altersgrenzen.

„Die Zahlen zeigen, dass die Altersstruktur der Beschäftigten in der Braunkohleindustrie den Klimaschutzplänen Deutschlands entgegenkommt“, so Hauke Hermann, einer der Studienautoren. „Die Gefahr zahlloser Kündigungen ist sehr gering. Vielmehr kann der Strukturwandel in den Braunkohlerevieren mit der Ansiedlung neuer, zukunftsfähiger Unternehmen gestaltet werden.“

Kohleausstieg fast ohne Entlassungen bis 2030

Es ist die Hauptaufgabe der neu eingeführten Kohle-Kommission: Ein sozialverträglicher Ausstieg aus der Kohle. Die „Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ kümmert sich besonders um den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze während des Kohleausstiegs. Ihr Ziel besteht darin, einen Plan auf dem Weg zu mehr Klimaschutz durch einen Ausstieg aus der Verstromung von Stein- und Braunkohle zu entwerfen. Zugleich sollen die Kohleregionen im Rheinland, in der Lausitz und in Mitteldeutschland vor Strukturbrüchen bewahrt werden.

Den größten Strukturwandel hat die Braunkohleindustrie ohnehin schon hinter sich. So waren um 1990 noch 100.000 Menschen allein im Braunkohlebergbau beschäftigt. Zehn Jahre später waren es nur noch 21.000. Seitdem sind die Zahlen laut dem Öko-Institut bis 2015 um weitere 30 Prozent gesunken, obwohl die Braunkohleförderung konstant blieb. Das führt auch die Studienautoren zu dem Ergebnis, dass der Kohleausstieg fast ohne Entlassungen zu bewältigen ist.

Quelle: Öko-Institut