Erdbeben durch Fracking ausgelöst

Die umstrittene Risikotechnologie Fracking, bei der Flüssigkeiten unter hohem Druck in den Boden gepumpt werden, um aus den so entstandenen Rissen im Gestein Öl und Gas zu fördern, wird in Deutschland schon seit längerem kontrovers diskutiert. Umweltexperten sehen in der Fördermethode vor allem Risiken für Mensch und Umwelt.

Dass sie damit richtig liegen, zeigt unter anderem ein Vorfall im Bundesstaat Ohio. Dort kam es im März 2014 zu einer Serie von Erdbeben. Neue Untersuchungen haben jetzt bewiesen: Fracking war der Auslöser dieser Beben mit einer Stärke von bis zu 3 auf der Richterskala – stark genug, um auch von Menschen wahrgenommen zu werden. Das belegen jetzt Daten im Bulletin der Seismologischen Gesellschaft Amerikas (BSSA).

Die Wissenschaftler untersuchten dabei insgesamt 77 Beben, in deren unmittelbarer Nähe gefrackt wurde und kamen zu dem Schluss, dass sie in direktem Zusammenhang mit der riskanten Energiegewinnungsmethode stünden. Grund sei, dass durch das Fracking eine alte seismisch aktive Verwerfung aktiviert wurde. Nun fordern sie eine engere Zusammenarbeit von Industrie, Wissenschaft und Regierung, sollte wieder in unbekanntem Gestein gefrackt werden.

Im Bundestaat Oklahoma kam es durch in den Boden gepumptes Abwasser im Jahr 2011 sogar zu einem Erdbeben von 5,7 auf der Richterskala.

In Deutschland wurde im November 2014 ein Fracking-Gesetz erlassen, nachdem die Fördermethode in Naturschutzgebieten verboten bleibt. Auch in Gebieten zur Trinkwassergewinnung wird es kein Fracking geben. Doch allgemein verboten wurde es nicht. Die Erdbeben in den USA geben weiteren Anlass, den Einsatz der Risikotechnologie in Deutschland in Frage zu stellen.

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