Eon will Gaskraftwerke in Süddeutschland schließen

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Nach Informationen der Financial Times Deutschland plant der Energiekonzern Eon in Bayern im Jahre 2013 drei Gaskraftwerke zu schließen. Da in guten Zeiten schon jetzt ein großer Teil des Energiebedarfs aus Wind- und Sonnenkraft gewonnen wird, werden die herkömmlichen, mit Kohle oder Gas betriebenen Kraftwerke zunehmend unrentabel. Wenn das Wetter allerdings nicht mitspielt, sind die Gaskraftwerke unabdingbar für die Stromversorgung. Erstens weil sie viel schneller hoch gefahren werden können als Kohlekraftwerke, also im Notfall schnell Strom liefern, und zweitens weil sie klimafreundlicher sind als diese.

Ein Abschalten der drei Kraftwerke könnte für die Energieversorgung in Süddeutschland katastrophale Folgen haben, gerade im Winter, wie ein Vorfall im Februar dieses Jahres zeigt, bei dem ein Totalausfall nur knapp verhindert werden konnte. Bei sibirischer Kälte hatten Lastprognosefehler dazu geführt, dass sämtliche Reserven auf einmal abgerufen werden mussten. Entsprechend besorgt reagiert die bayerische Politik auf die Meldungen von Kraftwerksschließungen, da in diesem Fall häufiger solche Probleme auftreten könnten.

Doch was bezweckt Eon damit? Die Vermutung liegt nahe, dass der Energieriese auf Subventionen aus ist. Wie auch die Grünen Fraktion im bayerischen Landtag vermutet, könnte Eon nur mit der Schließung drohen, um an die von der bayerischen Landesregierung geplanten Kapazitätsprämien zu kommen. Und der Plan könnte aufgehen: Um abgesichert zu sein, könnte die Bundesnetzagentur gezwungen sein, Eon für die Bereithaltung von Energiereserven zu bezahlen und so das unternehmerische Risiko unrentabler Kraftwerke vom Konzern auf die staatliche Hand zu übertragen.

Einen Ausweg aus dieser Situation bietet womöglich Care-Energy, die Firma hat angeboten, das Risiko selbst zu übernehmen, womit der Staat nicht mehr erpressbar wäre. „Wir als Care-Energy könnten uns sehr gut vorstellen, die gesamte Produktionsleistung der beschrieben Gaskraftwerke abzunehmen und so notwendig auch die marktkonforme Gasbelieferung sicherzustellen, also die Gaskraftwerke in ihrem Bestand zu sichern“, sagte Martin Kriskek, Geschäftsführer der MK-Holding GmbH, die hinter Care-Energy steht.

Im Sinne der Engergiewende und der Steuerzahler ist zu hoffen, dass Eon mit seiner Taktik nicht durchkommt.

Judith Mantei

1 Kommentar

  • Wäre es nicht möglich, den Verkauf des Gaskraftwerkes zu einem symbolischen Preis zu erwirken, sofern Eon andernfalls beabsichtigen würde, dieses abzuschalten?
    Gäbe es alternative Stromproduzierende Unternehmen, die bereit wären, ein solches Gaskraftwerk zu erwerben und zu betreiben? Wäre es eventuell auch denkbar, dass solche Kraftwerke wieder in staatliche Hand übernommen würden?
    Ist der Betrieb eines derartigen Gaskraftwerkes tatsächlich unrentabel, oder sind die Margen lediglich nicht hoch genug für Eon?

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