Druck für Kohleausstieg steigt

Kohle trägt den höchsten Anteil am deutschen Energiemix

In Deutschland wird zur Energiegewinnung immer noch sehr stark auf Kohle gesetzt. Laut aktueller Zahlen des diesjährigen BP Statistical Review of World Energy hat Deutschland  im vergangenen Jahr ein Volumen von 43 Millionen Tonnen Öläquivalent produziert und 81,3 Millionen Tonnen verbraucht. Sowohl die Produktion als auch die Verbrennung von Kohle haben jedoch verheerende Auswirkungen auf Luft und Umwelt. Denn Kohle setzt unter anderem große Mengen an Arsen, Cadmium, Quecksilber, Uran und Thorium sowie Stickstoffoxide, Schwefeldioxide und Ammoniak frei.

Die Vielzahl an gesundheitsgefährdenden Schadstoffen zeigt umso mehr, wie wichtig der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist. Dies bestätigt auch der am 2. November vorgestellte Bericht des Weltklimarats IPCC. Der Bericht verdeutlicht anhand der Auswirkungen der bisherigen Erderwärmung, wo in der Klimapolitik noch  Verbesserungsbedarf herrscht. Die Organisationen Germanwatch und Brot für die Welt sehen aufgrund dessen einen akuten Handlungsbedarf seitens der EU und der Bundesregierung.

Deutschland als Vorreiter in Klimapolitik
Doch wie wirkt sich der rapide Wandel der Erderwärmung auf die Menschheit aus? Die davon ausgehenden Gefahren hätten  massive Risiken, die laut Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, nicht mehr zu kalkulieren wären. Es wird davon ausgegangen, dass bis zum Jahr 2100 die Erderwärmung bis zu vier Grad steigen wird, wodurch eine ausreichende Welternährung in vielen Teilen der Erde  nicht mehr zu bewerkstelligen wäre. „Da sprechen wir dann nicht mehr von 805 Millionen Hungernden, sondern von Milliarden“, so Sabine Minninger, Klimaexpertin bei Brot für die Welt.

Dagegen steuern soll hauptsächlich die Bundesregierung. Im  kommenden Monat wird sie beispielsweise über das Klimaschutzaktionsprogramm von Umweltministerin Barbara Hendricks beraten, die die steigenden CO2-Emissionen in Deutschland wieder senken soll. „Es wäre ein fatales Signal an die Welt, wenn das Energiewendeland Deutschland sein selbst gestecktes Klimaziel von minus 40 Prozent CO2-Emissionen bis 2020 verfehlt. Um ein solches Fiasko zu verhindern, brauchen wir jetzt Beschlüsse, die Kohleverstromung zurückzufahren“, sagt Bals.

CO2-Budget bald ausgeschöpft
Ein politischer Wendepunkt drängt, weil vor allem die schwach entwickelten Regionen besonders stark von der Erderwärmung betroffen sind. Trotz der teils wirkungsvollen Klimaanpassung werden immer mehr Schäden immer mehr Schäden in Bezug auf die Menschheit und das Ökosystem erwartet. Problematisch ist hierbei jedoch, dass bei der jetzigen Entwicklung das verbleibende CO2-Budget nur noch maximal 30 Jahre ausreichen wird. Dies gefährde vor allem das Überleben von Millionen von Menschen in den ärmsten Ländern der Erde, so Minninger. „Der IPCC hat konkret beziffert, wie klein das CO2-Budget ist, das die Menschheit noch aufbrauchen darf, um unter zwei Grad Erwärmung zu bleiben. Wenn die EU das Zwei-Grad-Limit noch ernst nimmt, muss sie vor dem Weltklimaabkommen in Paris im nächsten Jahr ihre Ziele für 2030 deutlich nach oben korrigieren“, so Bals.

Somit werde es in Zukunft häufiger Probleme wie Hungersnöte, Ressourcenkämpfe und Klimaflüchtlinge geben. Zudem besteht durch die massive Versauerung der Ozeane aufgrund der Aufnahme von CO2 eine große Gefahr für die Umwelt und somit auch für alle Menschen, die vom  Fischfang leben. Um diese Risiken einzudämmen, ist es notwendig, dass die Regierung schnell handelt, um Schlimmeres zu vermeiden.

3 Bemerkungen

  • 🙁 Wir haben keine Zeit zu warten, als großer Vorreiter der Erneuerbaren Energien haben wir von Anfang an alles zu hoch gefördert. Jetzt haben wir alles drastisch gebremst, das ist fast das Ende. Warum machen wir nicht weiter, es geht eh nicht anders. Kohle ist kein Ausweg. Auch die EEG Umlage bestraft nur die „Falschen“. Also weiter erneuerbare Energien.

  • Mit den EEG Gegnern Hendricks/Gabriel stehen zwei Akteure zur Verfügung, die die Interessen der Atom/Kohle Strom Lobby zu 100 Prozent vertreten werden. Daß wir ohne das Sperrfeuer der Politik bis 2025 zumindest den Strom für die 42 Millionen Haushalte samt Heizwärmebedarf aus PV, Solarthermie und Biomasse-BHKW erzeugen könnten, wissen die Energiemonopolisten nur zu gut. Dass ihm der gut bezahlte Job in der Energiewirtschaft wichtiger ist als das Wohl künftiger Generationen, hat Gerhard Schröder ja vorgemacht!
    Für Gabriel und die EVUs geht es schlichtweg ums komfortable Überleben !

Über das CleanEnergy Project

Das CleanEnergy Project ist ein non-profit Online-Magazin für alle Menschen auf der Suche nach mehr Nachhaltigkeit.

Das Team von CleanEnergy Project will Gestalter und nicht nur Zuschauer unserer Zeit sein.

Wir heißen alle willkommen, die sich uns als Autoren unserer Zeit anschließen möchten und bieten dafür unsere Plattform, das CleanEnergy Project.