3000 Klimaschützer formen Rote Linie

Kohleausstieg und Klimaschützer: BUND und NABU für Kohlausstieg in Braunkohletagebau bei Hambach.
Rote Linie: Tausende protestieren gegen den Braunkohleabbau in Hambach.

In Nordrhein-Westfalen begannen am Wochenende erste Protestaktionen gegen die Braunkohleförderung. Nach Sitzstreiks, Blockaden und Demonstrationen zogen am Tagebau Hambach mehrere tausend Klimaschützer eine sogenannte Rote Linie gegen die Kohle. Dazu aufgerufen hatten die Umweltverbände BUND, BUND-Jugend, Greenpeace, der NABU und die Klima-Allianz Deutschland. „Mit der Roten Linie stellen wir uns schützend vor den Hambacher Wald und die angrenzenden Dörfer“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung zum Kohleausstieg. Die wichtigste Forderung der Verbände ist der sofortige Ausstieg aus der Braunkohleförderung zum Wohle des Klimas.

Am rheinischen Tagebau Hambach formierten sich die ganz in Rot gekleideten Protestanten zu einer zwei Kilometer langen Linie, um dem Energiekonzern RWE zu signalisieren, dass der sofortige Kohleausstieg alternativlos ist. Die Menschenkette gehörte zu einer von vielen Protestaktionen gegen den andauernden Braunkohleabbau. Bis Dienstag soll es weitergehen.

Die Forderung der Klimaschützer nach dem Kohleausstieg wird auch von der Mehrheit der Bevölkerung getragen. Das hat eine aktuelle repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ergeben. Demnach sprechen sich 59 Prozent der Befragten dafür aus, Kohlekraftwerke in Deutschland bald stillzulegen. Bei der Frage, ob die nächste Bundesregierung einen Fahrplan für den Kohleausstieg beschließen soll, stimmten fast drei Viertel (72 Prozent) der Befragten zu.

Die Klimabewegung will mit ihrer Roten Linie nun ein klares Signal an die Politik von Bund und Ländern senden. „Mit der ‚Roten Linie‘ stellen wir uns schützend vor den Hambacher Wald und die betroffenen Dörfer. Unsere Linie ist ein Symbol für die Grenze der gefährlichen Erderwärmung, die nicht überschritten werden darf und zugleich für die Grenze des Abbaus der Kohle“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung zur Demonstration. Auch im Hinblick auf die Weltklimakonferenz COP23, die im November in Bonn stattfindet, fordern die Umweltverbände eine klarere Positionierung der Politik. Nicht zuletzt in den Braunkohlerevieren wird sich entscheiden, ob die nationalen Klimaziele einzuhalten sind.

Braunkohle ist der größte Klimasünder unter den Energieträgern. Erst im Juli hatte die neue Landesregierung in Düsseldorf deutlich gemacht, dass sie dennoch weiter auf Braunkohle setzen. Schon jetzt ist Nordrhein-Westfalen mit einem Anteil von 32 Prozent deutscher CO2-Emissionen führender Produzent von Treibhausgasen.

„Klimaschutz wird zur Makulatur wenn Kohlekraftwerke ungedrosselt weiter laufen. Der Kohleausstieg muss ganz oben auf die Agenda der nächsten Bundesregierung. Nur so sind auch die Landesregierungen in den Braunkohle-Ländern zu stoppen, die mit ihrer Pro-Kohle-Agenda die deutsche Klimapolitik sabotieren. NRW darf noch höchstens ein Viertel der vorgesehenen Braunkohlemengen abbauen, sonst sind die internationalen Klimaschutz-Verpflichtungen Deutschlands nicht zu halten“, so der BUND-Vorsitzende Prof. Hubert Weiger.

Quellen: BUND 

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