Energie aus dem eigenen Garten

Geothermie Eigenheime

Geothermie ist auf Grund der möglichen Schäden durch tiefe Bohrungen nach wie vor umstritten. Vor allem für Eigenheime und in Innenstädten hat sich diese Art der Erneuerbaren Energien darum noch nicht durchsetzen können. Ein neues System kann nun Abhilfe schaffen.

Da zwei Drittel der Energie, die private Haushalte verbrauchen, zum Heizen benötigt werden, ist es sinnvoll, nach gleichzeitig ökonomischen und ökologischen Lösungen zu suchen. Hier stellt die Nutzung der oberflächennahen Erdwärme eine Alternative dar. Denn schon in geringen Tiefen hält sich die Temperatur ganzjährig auf einem relativ konstanten Niveau. Im Sommer ist es zwar am Boden etwas kälter als an der Erdoberfläche, im Winter dagegen wärmer.

Um nun diese Wärme, die Geothermie, zu nutzen, werden mit Wasser und Frostschutzmittel gefüllte Rohre  unter der Erde verlegt. Im Winter steigt die Temperatur auf ihrem Weg durch den Boden an und transportiert die Wärme zu einer sogenannten Wärmepumpe in den Kellern der Häuser. Mit der hier installierten Technik kann die Wärme beispielsweise für die Beheizung der Wohnung oder das Erhitzen von Wasser verwendet werden.

Bisher musste jedoch entweder sehr tief gebohrt werden oder aber ein großer Garten vorhanden sein, wenn man die Geothermie für das Eigenheim einsetzen wollte. Ein neues System spart nun viel Platz. Traditionell gibt es zwei Möglichkeiten, die Rohre im Boden zu verlegen. Entweder bohrt man in aufwändigen und damit auch teuren Verfahren tiefe Löcher in den Boden. Die Rohre werden dann in Tiefen von bis zu 100 Metern eingesetzt. Alternativ kann man die Rohre horizontal auf einer großen Fläche verlegen. Diese muss jedoch häufig mehr als doppelt so groß sein wie die Fläche des Hauses, das später beheizt werden soll. Beide Verfahren sind auf Grund von Platzmangel gerade in dicht bebauten Innenstädten kaum umzusetzen. Dabei gilt die Nutzung von Erdwärme in zweifacher Hinsicht besonders sinnvoll: Zum einen sparen Hausbesitzer bei den Kosten für Heizöl oder Erdgas. Zum anderen arbeitet die Technologie besonders effizient, ressourcen- und umweltschonend.

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Mit der Lösung der beiden Unternehmen Steinhäuser GmbH & Co. KG und SPR Industrieservice GmbH wird Umweltschutz für jedes Haus möglich: hier werden die innovativen Rohrsysteme senkrecht anstatt flach in den Boden gesetzt. Die Gräben, die zum Einsetzen ausgefräst werden müssen, sind gerade einmal 15 Zentimeter breit und maximal 3,2 Meter tief. Eine speziell entwickelte Erdschlitzfräse fräst sie so aus, dass sich der Platzbedarf gegenüber herkömmlichen Systemen um etwa die Hälfte verringert. Die Lösung ist damit platz-, kostensparend und nachhaltig. Vielleicht kommt die Geothermie durch diese Technik nun öfter auch für den Haushaltsgebrauch zum Einsatz.

 

 

2 Bemerkungen

  • Das Erdreich wird nicht ein besserer Wärmeleiter, wenn man die Rohre näher aneinander verlegt, es nimmt nur die Gefahr der Unterkühlung zu. Spätestens, wenn das Erdreich um die Rohre herum gefriert, verliert die Technik massiv an Effizienz, und die Gartenpflanzen werden sowas auch nicht mögen.
    Jedenfalls sollte man sorgfältig ausrechnen (lassen), wieviel Prozent des eigenen Wärmebedarfs man aus dem verfügbaren Platz maximal ‚ernten‘ kann, ohne dass nach wenigen Jahren im Erdreich eine Permafrostzone erzeugt wird.

  • Für Alle die es noch nicht wissen sollten:
    Für Tiefenbohrungen über 100m, beginnend von der Erdoberfläche, wird eine bergbaurechtliche Genehmigung benötigt; unter 100m ist eine solche Genehmigung nicht erforderlich. In dem Oberflächennahenbereich, bis zu einer Tiefe von 100m wird allgemein von „Erdwärme“ gesprochen. Über 100m Tiefe, in dem bergbaurechtlichen zu genehmigenden Bereich, spricht man im Allgemeinen von Geothermie.

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