Auf der Suche nach Erdwärme

Tiefengeothermieanlage; Bild: shutterstock

Die Kruste der Erde speichert großen Mengen Wärmeenergie. Die Geothermie stammt aus der Restwärme der Erdentstehung und aus radioaktiven Zerfallsprozessen. Bis zu einer Tiefe von etwa 20 Metern speichert die Erdkruste die Wärme der Sonneneinstrahlung. Die Erdwärme steht jederzeit gleichmäßig zur Verfügung, und ist daher zur Sicherung der energetischen Grundversorgung geeignet.

Je nach Tiefe der Wärmenutzung wird in oberflächennahe und Tiefengeothermie unterschieden.

Oberflächennah wird die Geothermie vor allem in Neubauten als Energie zum Heizen oder Kühlen genutzt. Um der Erde bis in Tiefen von etwa 400 Metern die Wärme zu entziehen, führt man durch Erdbohrungen Sonden mit Soleflüssigkeit in den Boden. Wämepumpen entziehen der Flüssigkeit die Energie.

Je tiefer der Bohrer in den Boden eindringt, um so wärmer wird es. In einem Kilometer Tiefe beträgt die Temperatur rund 35 bis 40 Grad Clesius. Ab etwa 400 Metern beginnt die Nutzung der Tiefengeothermie. Die Energie lässt sich direkt als Wärme oder indirekt zur Stromerzeugung nutzen. Die Temperatur steigt regional sehr unterschiedlich an, sodass sich die aufwändigen Bohrungen nicht in allen Gebieten lohnen. Besonders erfolgversprechend sind zum Beispiel der Oberrheingraben, das süddeutsche Molassebecken und das norddeutsche Becken. Das Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik hat mit Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ein geothermisches Informationssystem für Deutschland entwickelt. Dieses weißt in zwei Modulen mögliche und tatsächliche Standorte der Tiefengeothermie aus.

Geothermische Potentiale heißt das eine Modul, das detaillierte Informationen über tiefe Grundwassserleiter darstellt, über die sich Erdwärme nutzen lassen könnte. Als Grundlage dienen über 30.000 Bohrungen, die im Rahmen von Erkundungen und bei der Förderung von Erdöl oder Erdgas, Erdwärme, Thermal- oder Mineralwasser vorgenommen wurden. Daneben gibt es das Modul Geothermische Standorte. Dieses System gibt einen Überblick über bestehende Geothermieanlagen in Deutschland. Zu jeder Anlage sind Leistungsdaten abrufbar.

Das Geothermische Informationssystem für Deutschland ist im Internet erreichbar unter http://www.geotis.de. Unter http://www.erneuerbare-energien.de hat das Umweltministerium die Grundlagen der Geothermie in einer Broschüre zusammengefasst.

Susanne Kirsch

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