Solarenergie und Artenschutz Hand in Hand

Solarparks können einen Beitrag zur Biodiversität leisten (Bild ©Bigstock)
Solarparks können einen Beitrag zur Biodiversität leisten (Bild ©Bigstock)

Wenn über die Energiewende diskutiert wird, ergibt sich häufig die Frage nach den Flächen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen oder Windparks. Eine Studie[i] des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE) kommt zu dem Schluss, dass die Flächeninanspruchnahme für Solarparks grundsätzlich positiv zu sehen ist und neben dem Klimaschutzbeitrag durch die Erzeugung erneuerbarer Energie sogar eine positive Auswirkung auf die Biodiversität hat.

Im Rahmen der Studie wurde die Pflanzen- und Tierwelt von 75 Freiflächen-Solaranlagen in neun unterschiedlichen Bundesländern in Deutschland untersucht. Die Daten stammen hauptsächlich aus der Genehmigungsphase der Parks. Teilweise lagen aber auch Untersuchungen des Vorher-Nacher-Zustands der Artenvielfalt vor.

Die Analyse zeigt, dass sich die Vielfalt der dort angesiedelten Tiere und Pflanzen seit der Errichtung der Solaranlagen sogar erhöhte. Laut der Ergebnisse der Studie profitieren vor allem Insekten, Reptilien und Brutvögel davon, dass die Flächennutzung mit der Photovoltaik im Vergleich zur landwirtschaftlichen Bearbeitung beruhigt wird.

Blütenhorizonte für Insekten

Bei entsprechender Pflege erzeugen die Solarparks sogenannte „Blütenhorizonte“. Diese sind eine wichtige Nahrungsquelle für Nektar suchende Insekten, die im agrarisch geprägten Umfeld oft keine Nahrung finden. Solarparks könnten damit ein wichtiger Baustein sein, wieder mehr Insekten in die Natur zurück zu bringen. Davon profitieren außerdem auch Vögel ebenso wie Fledermäuse, Amphibien und Reptilien.

Flächen mit Photovoltaikanlagen sind grundsätzlich auch sehr gut für landwirtschaftliche extensive Nutzungen geeignet. Beispiele hierfür sind unter anderem Imkerei, Beweidung oder Gärtnerei, denn die PV-Anlagen sorgen für geringere Temperaturschwankungen und höheren Luftfeuchte. Auch Hühner[ii] fühlen sich wohl unter den schattenspendenden PV-Modulen. Die Solarmodulen bieten den Tieren Schütz vor der Witterung und vor Raubvögeln auf dem Freigelände.

Trittsteinbiotope und neue Lebensräume

Der Effekt der Photovoltaiknutzung auf die Artenvielfalt auf den Flächen hängt unter anderem von der Größe der Anlage und der Breite der Räume zwischen den Reihen ab. Je größer die Freiflächenanlagen ist, desto nachhaltiger wirkt diese Nutzung auf die Biodiversität. Hier können sich die Arten dauerhaft ansiedeln. Kleinere Solarparks wirken hingegen eher als sogenannte Trittsteinbiotope – Flächen, die größere Naturgebiete und Biotope miteinander verbinden. Die Artenvielfalt und die Population wächst zudem mit der Breite der Reihenabstände.

Laut BNE soll die durchgeführte Studie dazu beitragen, Empfehlungen und Standards für den Aufbau von Solarparks bereitzustellen, um so den Beitrag für die Biodiversität zu erhöhen.

[i] https://www.bne-online.de/de/news/detail/studie-photovoltaik-biodiversitaet/

[ii]https://zukunftskommunen.de/kommunen-projekte/tradition-und-moderne-sonneneier-aus-alheim/

 

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